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Posted: Apr 8, 2018 @ 1:16pm
Updated: May 22, 2018 @ 9:18am

Gebt mir 100 Space Marines. Falls dies nicht möglich ist, gebt mir 10.000 andere Truppen.

Rogal Dorn, Primarch der Imperial Fists

Sö, als Tester der ersten Beta-Minute hier mal meine Eindrücke aus dem Spiel, manch einer
erwägt möglicherweise den Kauf noch einmal in Bezug auf den 22. Mai.
Die Beta in 2016 war sehr überzeugend, da konnte man anfangs allerdings auch nur das
Tutorial spielen. Mit der ersten Mission wurde klar: die Idee ist gut, die Ausführung war
so La La. Unter dem Strich habe ich bekommen was ich erwartet habe.

Hier mal im Detail:

Story:

Dünn. Aber wer einige der Bücher gelesen hat, der weiss das es oft recht simpel gestrickte
Handlungen gibt. Und die reichen meist auch aus. Man hätte da mehr draus machen können, ob das notwendig war - vermutlich nicht. Möchte nix spoilern, aber große Überraschungen stehen nicht an, der Focus liegt wohl auch mehr in der Säuberung des Space Hulks.
Eins der wenigen Dinge die mich gestört haben: mächtige Ordensrelikte liegen manchmal
einfach so auf einem Tisch, oder direkt hinter einer dünnen Steinwand auf dem Boden.

Grafik:

Bombastisch! Brüder, wer schon immer durch ein Space Hulk spazieren wollte, der ist hier
sowas von richtig! Die Umgebung erweckt einen richtig guten Eindruck von WH40k. Ich ertappe mich immer mal wieder dabei wie ich stehen bleibe und die Details betrachte, mal sind es Leichen, mal Wände oder Statuen, gelegentlich auch Monitore. Der Sound ist dazu sehr passend gestaltet, da bin ich mehr als zufrieden. Üder den Klang von Boltern kann man
streiten, aber optisch gibt's nix zu meckern. Zoomt man an Details heran mit seinem Visier,
dann entdeckt man so einige Gimmicks, allerdings wird es auch ein bisschen pixeliger, aber
alles im Rahmen.

Steuerung:

Ein Terminator ist kein Sprinter! Kurze Sprints sind drin, ansonsten schreitet man
würdevoll voran und schießt. Oder schlägt. Oder brennt. Nach ein paar Minuten hat man die
übliche Shooter-Steuerung heraus. Auf die Entfernung lohnt es sich mit dem Zoom zu
arbeiten, wenn das Gemetzel unübersichtlich wird - dann wird wild geballert. Sinn und Zweck
des Ganzen, würde ich meinen. Besondere Finesse ist selten gefragt, einzig die Steuerung
der Begleiter ist ein bisschen fummelig, da hätten es einfache Tastenkürzel auch getan.

Gameplay:

Wer "Vermintide" oder "Left4Dead" kennt, der kennt die Problematik der Begleiter im
Singleplayer: Intelligenz? Naaaajaaaaa.... Das ist meiner Meinung nach einer der größten
Mängel des Spiels. Der Apothecary ist nicht besonders nützlich als Heiler, man muss den
Befehl zur Heilung manuell geben. Auch ein überlappender Feuerkorridor entsteht mit den
Bots mehr durch Zufall. Manchmal bleibt einer meiner 2 Kadetten in einer Tür stehen die ich
eigentlich schließen möchte. Oder die Helden ballern ihre Waffen sinnfrei leer, statt mit
kurzen präzisen Feuerstößen zu arbeiten. Gegenseitige Rückendeckung ist auch Glückssache.

Wenn es dann natürlich mal funktioniert, dann spielt es sich ganz gut.
Das man nicht selbst speichern kann zieht das Spiel an manchen Stellen unnötig in die
Länge, aber damit konnte ich ganz gut leben. Einfach drauf los stürmen wird oft bestraft,
aber wenn man mal wieder an die eigene Sterblichkeit erinnert wird... nun... das schadet
nicht.
Für die Orientierung im Spiel hilft eine taktische Karte, simpel aber effizient. Wer einen Blick auf sein Auspex hält, der wird auch seltener von Xenos überrascht. Kleine Einlagen wie die
Visionen meines Scriptors oder das Hacken von stationären Verteidigungsanlagen lockern das
Spielgeschehen ein bisschen auf. Nett, schöne Spielerei, aber ob man das gebraucht hätte?

Multiplayer:

Ganz großes Kino! In letzter Zeit sind wieder vermehrt Leute online, aber man braucht
leider auch die vollen 4 Leute damit es los gehen kann. Könnte man zu 2. spielen und bei
Bedarf den Rest mit Bots auffüllen, dann ginge es auch zügiger voran. Aber hier macht es
dann richtig Spaß zu spielen. Wenn man sieht wie der Deathwing taktisch vorrückt,
abwechselnd Magazine nachgeladen werden und Aufgaben simpel verteilt werden: einfach
wundervoll. Die Kommunikation ist hier nicht auf den Chat beschränkt, man kann auch simple
Befehle geben und z.B. Markierungen auf den Boden setzen wenn man irgendwo hin will/soll.


Fazit:
Ich habe bekommen was ich erwartet habe. Es wurde viel Potential verschenkt, und dies
leider vollkommen unnötig. Alles in allem aber schon eines der besseren Spiele im WH40k-
Universum. Im Sale sollte man -gerade als Fan- auf jeden Fall zuschlagen. Mit der
Enchanced-Edition kommen noch Inhalte dazu, allerdings bin ich nicht sicher ob dabei auch
einige der von mir genannten Schwächen ausgebügelt werden.
Wer -so wie ich- ein einfacher Mann mit einfachen Freuden ist, dem wird das Spiel einige
Stunden Freude bereiten. Und simpel ist es auf jeden Fall:

1) Burn the heretic.
2) Kill the mutant.
3) Purge the unclean.

Los gehts! Mit den Worten der Salamanders:

Ins Feuer der Schlacht! Auf den Amboss des Krieges! Für den Imperator!
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