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Deutsche Gesetze und deren Einfluss auf PC- & Konsolenspiele
By addicT* and 3 collaborators
In diesem Guide wird ausführlich auf die Gesetze eingegangen, die in Deutschland Einfluss auf PC- und Konsolenspiele haben können. Darüber hinaus erklären wir in diesem Guide die Arbeitsweisen der Prüfstellen USK und BPjM.

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Einleitung
Viele Spieler auf der ganzen Welt wissen, dass es in Deutschland einige sehr strikte, absurd anmutende Richtlinien und Gesetze für die Veröffentlichung, Freigabe, Zugänglichmachung an Minderjährige (sprich Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) und den Verkauf von PC- und Konsolenspiele gibt.

An dieser Stelle möchten wir einige sehr hartnäckig existierende Fehlinformationen richtigstellen, da sie zunehmend dazu führen, dass besonders PC-Spieler in Deutschland mehr und mehr von Publishern und Entwicklern unfair und falsch behandelt werden. Wer sich durch alle Abschnitte dieses Guides gearbeitet hat, wird feststellen, dass nicht diese Richtlinien zwingend das Problem sind, sondern dass es auch Fehlinformationen und kundenunfreundliches Verhalten sind, die Publishern und Entwicklern vorliegen können.

Die hier in diesem Guide erklärten Informationen stammen von den offiziellen Webseiten der entsprechenden Organisationen und sind daher als aktuell anzusehen. Eine Eigeninterpretation der Autoren zu den Themengebieten fand nicht statt. Eine Übersicht über die genutzten Quellen befindet sich am Ende des Guides.

Dieser Guide wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und ist immer auf dem aktuellsten Stand. Er ersetzt jedoch unter keinen Umständen die Rechtsberatung durch einen deutschen(!) Fachanwalt für Medien- und/oder Jugendschutzrecht.

Wir bedanken uns bei jedem Leser und freuen uns über jede Bewertung, Favorisierung und konstruktive Kritik!
USK – Allgemeine Informationen
Durch die FSK („Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“) werden Filmmedien eingestuft, durch die USK („Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“) PC- und Konsolenspiele aller Art. Die BPjM („Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“) ist ausschließlich für die Indizierung von jugendgefährdenden Medien verantwortlich und vergibt somit keinerlei Altersfreigaben. Auch werden, anders als geglaubt und immer wieder behauptet, durch die BPjM keine Verbote ausgesprochen.

Die Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH ist Träger der USK, der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) und der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen G.A.M.E. e.V. sind ihre Gesellschafter. Die USK ist keine staatliche Behörde, sondern eine private Organisation der Spieleindustrie. Die USK ermöglicht die Ausübung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG), indem sie Prüfverfahren organisiert. Behördenvertreter erteilen die verbindlichen Altersfreigaben.

Das Prüfverfahren
Wichtig ist, dass die Einreichung des Prüfungsmaterials rechtzeitig vor der Veröffentlichung geschehen muss, um der Prüfungsorganisation ausreichend Zeit zu geben, ihr Urteil zu fällen (mindestens 20 Werktage mit Verfahrenskosten von 1200€ für das Normalverfahren; mindestens 12 Werktage für 1800€ oder teureres Eilverfahren innerhalb von 5 Werktagen im Ad-Hoc Verfahren für 3000€). Das zu prüfende Spiel muss im Wesentlichen fertig entwickelt sein. Auch wollen viele Entwickler und Publisher nach einer Erstprüfung noch einmal die Möglichkeit haben, Eingriffe an ihrem Spiel vorzunehmen, um dann die Möglichkeit auf eine geringere Altersfreigabe (also z.B. „USK ab 16“ anstellte von „USK ab 18“) oder überhaupt eine Freigabe zu erhalten.

Wenn ein Spiel zur Prüfung eingereicht wird, wird es einem freiwilligen, volljährigen Sichter vorgelegt, der die Chance haben muss, das eingereichte Spiel komplett zu erschließen („vollständiger Spielinhalt“, betrifft auch Front/Back-Cover, Handbuch, Achievements etc.). Anschließend bespricht der Sichter die Eindrücke, die er von dem Testspiel bekommen hat, in Form einer Präsentation im Regelverfahren mit einem fünfköpfigen Gutachtergremium, die in einfacher Mehrheit entscheidet; der Antragssteller der Prüfung hat ein Anhörungsrecht. Diese Gremien bestehen aus vier von insgesamt über 50 ehrenamtlichen Jugenschutzsachverständigen (Pädagogen, Mitarbeitern der Jugendämter, Sozialwissenschaftlern, Journalisten und sonstigen Mitarbeitern mit Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen), die vom Beirat der USK ernannt werden und nicht in der Hard- oder Softwareindustrie beschäftigt sein dürfen, und einem der zwei Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB). Letztere werden vom Staat bezahlt, sodass bei der Erteilung der Freigaben kein Interessenskonflikt unterstellt werden kann, und sie haben ein Veto-Recht, d.h. sie können gegen die Entscheidung in Berufung gehen (Berufungsverfahren: vier neue Jugenschutzsachverständige und ein Vorsitzender aus dem Beirat).

Die OLJB und die an der USK beteiligten Verbände haben das Recht, ein Appellationsverfahren nach einem Berufungsverfahren einzuleiten, welches in einer gesonderten Prüfung resultiert. Erfolglos geschehen bei z.B. der zumindest im Singleplayer unveränderten Version von Dead Space 2 durch das bayerische Sozialministerium nach der bereits fünften (!) USK-Prüfung des Spieles.

Am Ende der USK-Prüfung steht die Veröffentlichung des Ergebnisses auf der Webseite der USK (sofern der Publisher nicht vorher eine Sperrfrist für die Eintragung in die USK-Datenbank festlegt). Anders als in den Grundsätzen der USK suggeriert (vgl. § 23), werden verweigerte Kennzeichen nie öffentlich gemacht. So kann der Publisher noch nachbessern und muss sich nicht den Vorwürfen einer offensichtlichen Selbstzensur aussetzen.

Verweigerte Prüfung
Das Gremium hat die Möglichkeit, die Einstufung zu verweigern. Dies muss dann geschehen, wenn eine sogenannte einfache oder schwere Jugendgefährdung vorliegt, also z.B. Spiele, die Straftatbestände wie explizite Gewaltverherrlichung darstellen; die USK darf maximal Spiele mit einer sogenannten Entwicklungsbeeinträchtigung freigeben. Bei tatsächlicher Jugendgefährdung erfolgt dann auch eine Indizierung durch die BPjM (auf Antrag einer der 800 antragsberechtigten Stellen z. B. den Obersten Landesjugendbehörden), bei schwerer Jugendgefährdung und Erfüllung eines Straftatbestandes ggf. sogar die Beschlagnahme per Gerichtsbeschluss. Gegen das negative oder auch zu hohe Prüfungsergebnis der USK (kurioserweise teilweise auch zu niedrige, wenn es nach manchen Publishern geht, die auf Spontankäufe durch das 18er-Logo setzen) können die Einreicher des zu prüfenden Materials innerhalb von zwei Wochen noch Berufung einlegen. Dann wird das entsprechende Medium durch ein neues Prüferteam besprochen. Am Ende steht noch die Möglichkeit der Verpflichtungsklage auf Kennzeichnungserteilung vor dem VG Düsseldorf.

Spiele, die von der USK generell nicht geprüft werden, sind solche, die verfassungswidrige Symbole nach § 86a StGB (Strafgesetzbuch) wie zum Beispiel Hakenkreuze oder SS-Runen beinhalten (siehe Abschnitt „Sonderfall: Hakenkreuz“).

Zu beachten ist jedoch, dass keines der Prüfungsgremien, sei es USK oder BPjM, ausnahmslos jedes Spiel, das scheinbar eines der unten aufgeführten Gesetze verletzt, sofort superkritisch bewertet, geschweige denn das besagte Spiel gleich indiziert oder beschlagnahmt wird. Die Art der Einbringung, die Darstellung und der Zusammenhang von Story und Spielmechanik sowie die vorherige Spruchpraxis werden immer mit bewertet (Gesamtschau des Werkes). Die USK kann zudem ein Gutachten der BPjM einholen, wenn sie es im Prüfprozess für sinnvoll erachtet.

Selbstzensur
Wichtig dabei zu wissen, ist, dass weder die USK, noch die FSK oder BPjM in irgendeiner Art und Weise Selbstzensur vorschreiben oder fordern (siehe unten, „Zensur in Deutschland?“ und folgend). Die USK – um beim Thema Gaming zu bleiben – gibt höchstens (und wenn überhaupt) Tipps, wie eine weniger restriktive Altersfreigabe (z.B. „USK ab 16“ anstelle von „USK ab 18“) erreicht werden kann, sie fordert die Umsetzung dieser Tipps aber nicht. Somit sind es die Macher selbst, die sich einer Eigenzensur unterziehen, und nicht die USK, FSK, BPjM oder der „deutsche Staat“. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), ein gemeinnütziger Verein, kann wiederum auf den Frame genaue Schnittauflagen für die jugendschutzkonforme, frühere sendezeitliche Fernsehausstrahlung von Filmwerken geben.
Welche Freigaben gibt es?
USK-Freigaben



Fun Fact: Seit der Gründung der USK im Jahr 1994 wurden über 30.000 Spiele zur Prüfung eingereicht und danach eingelagert. Das Lager der USK stellt somit eine der größten und wertvollsten Computerspiel-Sammlungen der Welt dar, besonders weil alle dort eingelagerten Spiele absolut neuwertig erhalten werden!

Ganz gleich, welche Altersfreigabe für ein Computerspiel bzw. Filmwerk gewählt wird, sie gilt immer als Mindestangabe. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Kind, das ein Spiel mit einer „Ab 6 Jahren“-Freigabe spielen möchte, dem deutschen Jugendschutzgesetz nach mindestens sechs Jahre alt sein sollte, ehe es damit in Kontakt kommt. Anders als beim Kauf im Handel entscheiden in den heimischen vier Wänden die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, welche Medien sie ihren Kindern zugänglich machen. Es ist anzumerken, dass die USK-Freigaben zudem keine Auskunft darüber erteilen, ob die Spiele für die freigebende Altersgruppe auch verständlich, spielbar oder pädagogisch wertvoll sind.

Nicht durch die USK gekennzeichnete Spiele werden nach ihrer Veröffentlichung und bis zur ggf. erfolgten Indizierung grundsätzlich wie Keine Jugendfreigabe („KJ“, „USK ab 18“) behandelt (gemäß § 12 Abs. 3 JuSchG). Auch vermeintlich inhaltsgleiche Versionen wie z.B. die nordamerikanische Version eines Kinderspieles mit USK-6-Freigabe werden entsprechend behandelt. Das USK-Logo muss auf der Packung abgebildet sein, damit die Freigabe greift.

Darüber hinaus gibt es besondere Kennzeichnungen für Infoprogramme und Lehrprogramme, sofern sie „offensichtlich nicht die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen” (gemäß § 14 Abs. 7 JuSchG), die die Anbieter selbst ohne USK-Prüfung kennzeichnen dürfen.

Die entsprechende Freigabe wird dann in Form eines Logos, das im internationalen Vergleich am größten ist, auf die Verpackung gedruckt oder aufgeklebt (gemäß § 12 Abs. 2 JuSchG; Größe: 1200 (Front-Cover) und 250 mm² (DVD etc.)) bzw. bei jeder Darstellung des Spiels (in der Werbung z. B.) angezeigt. Das Freigabekennzeichen der USK darf auch nur nach erfolgter Prüfung verwendet werden, ansonsten droht ein Bußgeldbescheid.

USK-Freigaben müssen nicht eingeholt werden
Möchte ein Publisher den Weg über die USK meiden, so wird das Spiel – wie schon zuvor gesagt – wie bei einer KJ-Freigabe behandelt, genießt darüber hinaus jedoch keine Rechtssicherheit, wie es bei durch die USK geprüften Titeln seit der Reform des JuSchG im Jahr 2003 der Fall ist. Ungeprüfte Titel können jederzeit durch die BPjM indiziert werden, auch wenn sie eigentlich eine Altersfreigabe durch die USK bekommen hätten, wodurch die öffentlichen Vertriebsmöglichkeiten wegfielen; auch eine Strafverfolgung wäre denkbar, wenn sogenannte schwer jugendgefährdende Medien ungeprüft öffentlich vertrieben wurden (gemäß § 15 Abs. 2 JuSchG) oder verbotene Inhalte gemäß dem Strafgesetzbuch enthalten sind (siehe Beschlagnahmen). Viele Publisher (u.a. Microsoft, Sony und Nintendo) sind auch Mitglied des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), dessen Kodex die Veröffentlichung von ungeprüften Titeln verbietet.

Eine auf freiwilligen Angaben von Entwicklern und/oder Publishern erfolgende Empfehlung – wie es bei PEGI und ESRB der Fall ist – ist in Deutschland somit also generell nicht möglich, auch wenn gelegentlich die Logos von PEGI und ESRB auf den in Deutschland verfügbaren Spielecovern mit aufgedruckt werden. Es sind jedoch lediglich die USK-Freigaben im Handel bei der Abgabe verpflichtend. Die USK ermöglicht daher gesetzlich definierte Freigaben in Form eines hoheitlichen (staatlichen) Verwaltungsaktes, ähnlich wie z.B. Baugenehmigungen.

Die Kosten einer USK-Prüfung (im Normalfall 1200€) können für sehr kleine Publisher mit geringem Absatz Probleme darstellen. Aus diesem Grund wurde angeblich schon vereinzelt von einem Deutschland-Release abgesehen.

Juristische Prüfung
Eine weitere, in der Praxis nur für Filmwerke genutzte Freigabe, ist die SPIO/JK. Diese wird von einer Juristen-Kommission (JK) der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) vorgenommen. Die JK vergibt „SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung“, welches rechtssicher den offenen Verkauf wie bei FSK-18-Medien bis zur Indizierung erlaubt, oder „SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich“, das rechtssicher den Verkauf unter der Ladentheke bzw. mit Altersverifikation in geschlossenen Nutzergruppen bis zur Beschlagnahme (oder Liste-B/D-Indizierung bei Telemedien) ermöglicht (Hintergrund ist, dass hier eine schwere Jugendgefährdung vermutet wird und solche Medien auch ohne Indizierung nicht öffentlich verkauft werden dürfen). Falls die JK sich in ihrer Einschätzung im Nachhinein irrte, bleibt der Verkäufer straffrei (strafloser Verbotsirrtum). Die JK muss nicht von der SPIO sein; im Grunde handelt es sich nur um die Einschätzung von mindestens drei Volljuristen.
Bedeutung der USK-Freigabe
Alterskontrolle
Der Jugendschutz in Deutschland soll unter anderem sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres mit für sie ungeeigneten Medien üblicherweise nicht in Berührung kommen. Darüber hinaus regelt es – ohne an dieser Stelle ausführlicher darauf eingehen zu wollen – die Aufenthaltszeiten an öffentlichen Orten, die Abgabe von alkoholischen Getränken und Tabakwaren in der Öffentlichkeit und einiges mehr.

Die Alterskontrolle teilt sich dabei grob in zwei Bereiche, wobei Bereich 1 der Verkauf ist. Möchte ein Minderjähriger ein Spiel kaufen, obwohl er die auf der Verpackung angegebene Altersfreigabe nicht erfüllt, so darf ihm das Spiel nicht verkauft werden (die USK-Freigaben sind verbindlich seit der Reform im Jahre 2003). Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich hierbei um einen Kauf im lokalen Ladengeschäft oder bei einem Onlinehändler, wie z.B. Steam, handelt. Hier müsste der Verkäufer im Zweifelsfall den Ausweis verlangen oder eine andere Art der Altersverifikation durchführen, um das Alter des potentiellen Käufers zweifelsfrei in Erfahrung zu bringen, und dann gegebenenfalls den Verkauf verweigern, da sämtliche Altersfreigaben ausnahmslos bindend für den Verkauf sind. Für Online-Angebote sind nach Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) für maximal entwicklungsbeeinträchtigende Angebote (also bis USK 18) auch technische Lösungen wie „age-de.xml“-Label oder eine Uhrzeitbegrenzung (USK 16 ab 22 Uhr, USK 18 ab 23 Uhr) möglich. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ist dabei für die inhaltliche Kontrolle und Ahndung von Verstößen beim Anbieten von Telemedien nach JMStV zuständig; unterstützt wird sie von der gemeinnützigen GmbH jugendschutz.net.

Die Praxis sieht jedoch oft anders aus. So werden Alkohol, Tabakwaren sowie für Kinder und Jugendliche ungeeignete Filme, PC- und Konsolenspiele oft ohne Alterskontrolle verkauft. Hierbei drohen aber empfindliche Strafen (bis zu 50.000€; § 28 Abs. 1 JuSchG).

Bereich 2 ist die Zugänglichmachung. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese in den heimischen vier Wänden oder einem öffentlichen Platz, beispielsweise einem Kino, stattfindet. Zwar gibt es im eigenen Zuhause keine behördlichen Kontrollen, schließlich wird der Großteil aller Unterhaltungsmedien daheim konsumiert und die Kontrolle über Zugänglichmachung und Nutzung von derartigen Medien von Minderjährigen obliegt der Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten, doch wären auch hier rechtliche Konsequenzen, die auf Eltern oder Erziehungsberechtigte zukommen könnten, denkbar – hierfür müsste jedoch eine grobe Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegen. Generell strafbar machen sich sonstige Dritte, die derartige Medien ohne die ausdrückliche Erlaubnis der Eltern oder Erziehungsberechtigten für Minderjährige zugänglich machen. Ob Download-Anbieter den Bereich der Zugänglichmachung nach dem Verkauf überwachen müssen, ist immer noch Gegenstand der rechtlichen Diskussion. Auf Konsolen scheint dies nicht zu geschehen, da die Spiele auf jeder Konsole ohne Prüfung aktiviert werden können und bisher ist keiner der Anbieter dafür verfolgt worden, aber PC-Publisher gehen im Moment auf Nummer (sehr) sicher.

Interpretation des JuSchG
Bei der Umsetzung der deutschen Jugendschutzvorgaben offenbaren sich große Fehlannahmen, die viele Publisher und Entwickler immer noch haben. Viele meinen z. B., dass die Darstellung von Blut oder Wunden in Deutschland einer Freigabe noch im Weg steht. Es wird auch häufig angenommen, dass Spiele ohne Freigabe generell verboten seien, im Sinne von „dürfen nicht angeboten werden“. Obwohl es in der jüngeren Vergangenheit zu immer mehr Freigaben von Medien gekommen ist, versuchen Publisher hierzulande auf Nummer sicher zu gehen und schneiden möglichst viele Inhalte heraus, welche in der Vergangenheit als problematisch gesehen werden. Dabei ändern sich die Ansichten im Jugendschutz stetig mit der gesellschaftlichen Realität. Je älter die Rechtsabteilung eines Publishers oder je seltener deutsche Fachanwälte konsultiert werden, desto wahrscheinlicher sind durch die Publisher vorgenommene Entschärfungen einer Veröffentlichung. Auch wird der unverbindliche Beratungsservice der USK noch zu selten durch die Publisher in Anspruch genommen. Gegen eine Gebühr [www.usk.de](140€/Stunde, 1.100€/Tag für Nicht-Mitglieder; für Mitglieder ca. 1/3 reduziert; Mitgliedsstatus gestaffelt: 3.500-6.000€/Jahr) wird dabei produktionsbegleitend bereits eine Hilfestellung gegeben, sodass ein besseres Gespür dafür entsteht, was gerade noch zu einer Freigabe führen könnte und was bisher zu einer Versagung derselben geführt hat, um unnötige Selbstzensur zu vermeiden. Dies hatte in einigen Fällen allerdings auch schon die fragwürdige Auswirkung, dass weltweit Spieleversionen aufgrund der deutschen Anforderungen an den Jugendschutz ab Werk entschärft worden sind (die USK begründet die mittlerweile sehr niedrige Anzahl an abgelehnten Titeln in ihrer Jahresbilanz 2014 so).

Umgang mit negativer USK-Prüfung
Auch wenn eine Freigabe doch einmal nicht erteilt werden sollte, ist ein Spiel nicht im klassischen Sinne des Wortes verboten – es bestehen weitgehende Vertriebsbeschränkungen, die jedoch einen Verkauf unwirtschaftlich machen, was politisch auch so gewollt ist.
Anders gesagt: Wird ein Spiel in Deutschland als „jugendgefährdend“ oder „schwer jugendgefährdend“ eingestuft, so wird das Spiel von der BPjM indiziert oder gar gerichtlich beschlagnahmt. Volljährige Menschen in Deutschland dürfen das besagte Medium trotzdem in seiner unzensierten, unbearbeiteten Version erwerben, besitzen und (nichtöffentlich) spielen – auch wenn hier unter Umständen gewisse Besonderheiten beachtet werden müssen (siehe unten). Publisher verlieren dadurch Umsätze, weshalb sie oft alles versuchen, um doch eine Freigabe zu bekommen (Schnitte, Änderungen) oder sie verzichten ganz auf eine deutsche Veröffentlichung.

Neue Vertriebswege im Internet ohne lange Lieferketten, Datenträgerherstellung oder Lagerkosten haben tendenziell eher das Potenzial, Medien ohne Freigabe an Erwachsene zu verteilen, allerdings sind die technischen Hürden vergleichsweise schwierig einzubauen. Nur große Vertriebsplattformen haben derzeit dazu die Möglichkeit, tun es jedoch nicht, aus Angst davor, Kunden durch die Umständlichkeit an die Konkurrenz zu verlieren. Dabei fordern Kunden seit langem eine solche (freiwillige) Möglichkeit, welche ja auch nur zusätzlich zu den technischen Mitteln für bereits freigegebene Medien eingebaut werden müsste. Da jedoch auch Werbung für nicht indizierte Medien nur an Erwachsene gerichtet sein darf, muss man schon großes Vertrauen in die Reichweite einer solchen Plattform haben. Warum Publisher dabei aber nicht zweigleisig fahren (die Kosten dürften mit bestehender geschlossener Benutzergruppen überschaubar sein), ist nicht ganz klar.
Begriffserklärung: Indizierung, Beschlagnahme, Verbot
Um ein für alle Mal ein Licht ins Dunkle zu bringen, sollen an dieser Stelle die wichtigen Begriffe „Indizierung“, „Beschlagnahme“ und „Verbot“ genauer erklärt werden. Interessant daran wird sein, zu sehen, welcher der Begriffe wirklich für ein Verbot steht, und welche eigentlich nur geringen Einschränkungen sich für aufgeklärte Erwachsene ergeben.

Wir orientieren uns hierbei nach der Härte der Maßnahme und beginnen mit der am wenigsten restriktiven, der Indizierung.
1. Indizierung
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist eine Bundesbehörde mit der Möglichkeit, Medien in einen von insgesamt vier Listenteilen, die jeweils andere Rechtsfolgen haben, aufzunehmen. Die BPjM wird in der Regel auf Antrag tätig (§ 21[dejure.org] Abs. 1 JuSchG). Bis 2003 hieß sie Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS).

Die Listenteile
Diese Listen sind von A bis E unterteilt, wobei Liste E für alle Einträge vor dem 01. April 2003 Verwendung fand und somit heute nicht mehr von Bedeutung ist, wenn es um die Indizierung aktueller Fälle geht. Die Unterteilung, die für Spieler in Deutschland hauptsächlich von Interesse ist, wird dabei wie folgt gehandhabt:
  • Liste A: Trägermedien sind jugendgefährdend
    → öffentliche Liste der Trägermedien (gemäß § 18 Abs. 2 Nr. 1 und 2 JuSchG[dejure.org])
  • Liste B: Trägermedien, für die nach der für Gerichte allerdings unverbindlichen Ansicht der BPjM weitergehende Verbreitungsverbote nach StGB gelten
    → öffentliche Liste Trägermedien mit nach Ansicht der BPjM absolutem Verbreitungsverbot (gemäß § 18 Abs. 2 Nr. 1 und 2 JuSchG)
  • Liste C: Nichtöffentliche Liste der Medien
    → Trägermedien, die nur deshalb nicht in Liste A aufzunehmen sind, weil bei ihnen von einer Bekanntmachung der Aufnahme in die Liste gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 JuSchG[dejure.org]] abzusehen ist, sowie alle Telemedien, die jugendgefährdend sind und bestimmten Verbreitungsverboten gemäß § 4 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) unterliegen, soweit sie nicht Liste D zuzuordnen sind.
  • Liste D: Nichtöffentliche Liste der Medien mit absolutem Verbreitungsverbot
    → Trägermedien, die nur deshalb nicht in Liste B aufzunehmen sind, weil bei ihnen von einer Bekanntmachung der Aufnahme in die Liste gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 JuSchG abzusehen ist, sowie alle Telemedien, die möglicherweise strafrechtlich relevanten Inhalt haben und für die nach der für Gerichte allerdings unverbindlichen Ansicht der BPjM weitergehende Verbreitungsverbote nach StGB gelten.
Wird ein Medium in Deutschland indiziert, also in eine der Listen für jugendgefährdende Schriften eingetragen, so darf es gemäß § 15 [dejure.org] JuSchG nicht mehr öffentlich ausgelegt werden. Auch darf es nicht öffentlich beworben werden (TV, Radio, Zeitung etc.). Der Verkauf innerhalb Deutschlands ist hier aber nach wie vor an Volljährige erlaubt! So darf ein Geschäft, das auf Nachfrage ein indiziertes Spiel verkaufen soll, dies nur nach erfolgter Altersprüfung tun – und auch im Landesinneren.

Wichtiges Rund um die Indizierung
Im Wesentlichen inhaltsgleiche Versionen eines indizierten Mediums sind automatisch auch indiziert: z.B. Konsolen-Portierungen oder unter Umständen HD-Remakes (§ 15 Abs. 3 JuSchG); dennoch indiziert die BPjM auch diese Versionen explizit, wenn sie darauf aufmerksam gemacht wird. Ebenso ohne rein deklaratorische Listenaufnahme wie indiziert zu behandeln sind schwer jugendgefährdende Medien mit z.B. (hardcore-)pornografischen, kriegs- oder gewaltverherrlichenden Inhalten (§ 15 Abs. 2 JuSchG).

Auch wenn Liste B die deutlich striktere Liste zu sein scheint, so müssen zumindest Trägermedien (Retail) auf diesem Listenteil keinem generellen Verbreitungsverbot unterliegen. Sie unterliegen prinzipiell zu allererst den bisher bekannten Beschränkungen einer Liste B-Indizierung. Erst, wenn ein Gericht ein Medium beschlagnahmt, ist der öffentliche Verkauf innerhalb Deutschlands auch an Volljährige mit Sicherheit verboten. Bei Telemedien (Online-Angeboten) auf Liste B und D gilt allerdings ein Verkaufsverbot an Erwachsene, auch bei geschlossener Nutzergruppe (§ 4 Abs. 1 JMStV).

Wenn die Gefahr einer raschen Verbreitung eines Mediums gesehen wird, kann außerdem eine vorläufige Blitzindizierung im kleinen 3er statt großem 12er Gremium geschehen (Beispiel: Dying Light; § 23 Abs. 5 JuSchG).

25 Jahre nach einer Indizierung erfolgt die automatische Listenstreichung, für weitere Indizierung wird ein neues Verfahren benötigt (§ 18 Abs. 7 JuSchG). Anträge auf vorzeitige Listenstreichung sind nach zwei Jahren möglich; zehn Jahre nach Indizierung können diese außerdem im vereinfachten Verfahren – kleines Gremium, geringere Antragskosten – geschehen (§ 23 Abs. 4 JuSchG). Filmwerke oder Spiele, deren Indizierung von der BPjM abgelehnt wurden oder die (vorzeitig) von der Liste gestrichen wurden, müssen eine FSK/USK-Freigabe erhalten können (ersteres z. B. bei Clive Barker's Jericho und Mortal Kombat X).

Anders als deutsche Gerichte ist die BPjM in ihrer Spruchpraxis an frühere Entscheidungen, insbesondere was nicht (mehr) jugendgefährdend ist, gebunden. Eine schleichende Liberalisierung scheint also unumgänglich.

Folgen der Indizierung
Es stellt sich nun die Frage, welche Einschränkungen Videospiele unterliegen, wenn sie durch die BPjM indiziert wurden:
  • Eine Indizierung stellt kein grundsätzliches Verbot dar.
  • Ein indiziertes Medium darf nicht öffentlich beworben werden (TV, Radio etc.).
  • Ein indiziertes Medium darf in geschlossenen (sprich alterskontrollierten) Bereichen beworben, ausgelegt und verkauft werden.
  • Der Erwerb eines indizierten Mediums innerhalb Deutschlands ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt.
  • Der Verkauf eines indizierten Mediums im Einzelhandel (Trägermedium) innerhalb Deutschlands ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt. Es muss jedoch eine Altersverifikation erfolgen.
  • Der Verkauf eines indizierten Mediums auf Liste A oder C als Telemedium ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt. Es muss jedoch eine Altersverifikation innerhalb einer geschlossenen Benutzergruppe erfolgen.
  • Das Verschenken eines indizierten Mediums ist erlaubt, sofern sichergestellt ist, dass der Empfänger volljährig ist.
  • Der Erwerb und Import des indizierten Mediums aus dem Ausland zum reinen Eigengebrauch ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt.
  • Das nichtöffentliche Anschauen, Anhören, Abspielen, Spielen des indizierten Mediums ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt.
  • Für das öffentliche Vorführen/Vorspielen siehe: Exkurs: Let's Plays und der Index.
  • Die Zugänglichmachung eines indizierten Mediums an Minderjährige ist strafbar (z.B. durch Verkauf oder Überlassen, sprich Ausleihen oder spielen lassen), außer unter elterlicher Aufsicht unter Wahrung der Sorgfaltspflicht.
  • Entwickler und Publisher wurden noch nie strafrechtlich belangt oder verfolgt, wenn sie ihr indiziertes Medium nicht durch technische Sperren (Region-Lock, Geo-Lock) für den deutschen Markt unzugänglich gemacht haben.
  • Entwickler und Publisher werden nicht strafrechtlich belangt oder verfolgt, wenn Bürger in Deutschland ein indiziertes Medium im Ausland erwerben und importieren oder, wie oben beschrieben, nutzen.
  • Der Versandhändler im Ausland wird nicht strafrechtlich belangt oder verfolgt, wenn er ein indiziertes Medium nach Deutschland verschickt (auch nicht, wenn keine Altersverifikation erfolgt).
Fazit
Es zeigt sich, dass Publisher über das Ziel und den Sinn einer Indizierung hinaus schießen, indem sie durch technische Blockaden innerhalb von Steam dafür sorgen, dass importierte Versionen ihrer indizierten, unzensierten Spiele in Deutschland nicht von Erwachsenen nutzbar sind.

Indizierungen sind kein Verbot, sie sollen nur in erster Instanz sicherstellen, dass indizierte Medien nicht von Minderjährigen in Deutschland gefunden werden können.
2. Beschlagnahme
Beschlagnahmen (bzw. umgangssprachlich Beschlagnahmungen) werden erst dann von Richtern (meist in Amtsgerichten) angeordnet, wenn Medien Inhalte mit sich bringen, die mutmaßlich gegen geltendes, deutsches Strafrecht verstoßen. Der Jugendschutz ist somit nicht für die Beschlagnahme relevant, wenngleich bei solchen Medien oft auch eine schwere Jugendgefährdung vorliegt.

Einer der Titel,[vdvc.de] dem eine Beschlagnahme gemäß § 131 StGB[dejure.org] durch das Amtsgericht Tiergarten (Aktenzeichen 353 Gs 694/10[www.webcitation.org]) zuteil wurde, ist die internationale Version von Left 4 Dead 2 aus dem Hause Valve Corp. – dort waren die Gewaltdarstellungen zu zahl- und detailreich, wie in der Urteilsbegründung erklärt wurde.

Gesetze, die zu einer Beschlagnahme führen
  • § 86a StGB[dejure.org]Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole.
  • § 90a StGB[dejure.org] → Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole.
  • § 130 StGB[dejure.org] → Volksverhetzung.
  • § 130a StGB[dejure.org] → die Anleitung zu Straftaten.
  • § 131 StGB[dejure.org]Gewaltdarstellung.
  • § 184a StGB[dejure.org] → Verbreitung gewalt- oder tierpornographischer Schriften.
  • § 184b StGB[dejure.org] → Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften.
  • § 184c StGB[dejure.org] → Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornographischer Schriften.

Wichtiges Rund um die Beschlagnahme
Eine Beschlagnahme erfolgt in ausnahmslos jedem Fall durch ein Gericht und kann auch nur wieder durch Klage vor einem Gericht aufgehoben werden. Anders als bei Indizierungen erfolgt somit keine automatische Neuprüfung und eventuelle Listenstreichung nach 25 Jahren.
Die Verfolgung von Straftaten verjährt bei einer Beschlagnahme drei Jahre nach Begehung der Tat, bei einer sogennanter Einziehung erst nach zehn Jahren.

Medien könnten trotz USK- bzw. FSK-Freigabe beschlagnahmt werden, in der Praxis werden Gerichte bei Computerspielen aber nur nach Liste-B/D-Indizierung tätig. Eine nennenswerte Ausnahme wäre Condemned: Criminal Origins, das trotz einer
Indizierung auf Liste A nachträglich beschlagnahmt wurde. Anschließend erfolgte die
Umtragung auf Listenteil B durch die BPjM (zu den Listenteilen mehr folgend).

Bei nicht mehr gegebener strafrechtlicher Relevanz durch abgelehnter oder aufgehobener Beschlagnahme bzw. Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft sollte eine Listenumtragung auf Liste A bei Trägermedien oder C bei Telemedien erfolgen (§ 24[dejure.org] Abs. 4 JuSchG).

Inhaltsgleiche Medien sind nicht per se automatisch beschlagnahmt, die Beschlüsse erfolgen pro Version (Retail-Veröffentlichung bei einem Trägermedium). Die Verbotstatbestände können allerdings auch vor einer richterlichen Beschlagnahmebeschlüsse greifen, da die illegalen Inhalte schon vorliegen. Jedoch horchen die Publisher und Distributoren im Falle einer Beschlagnahme so oder so auf und unterlassen dann auch die Veröffentlichung bzw. Verbreitung von noch nicht beschlagnahmten, aber inhaltsgleichen Versionen. Die BPjM trägt ein Medium nur auf Listenteil A oder C (von B oder D) um, wenn alle Beschlagnahmebeschlüsse aufgehoben worden sind.

Die rechtlichen Folgen
  • Eine Beschlagnahme stellt kein grundsätzliches Verbot dar (Ausnahme möglich für § 184b/c StGB).
  • Ein beschlagnahmtes Medium darf nicht öffentlich beworben werden (TV, Radio etc.).
  • Ein beschlagnahmtes Medium darf nicht mit der Absicht, es zu verschenken oder anderweitig weitergeben zu wollen, (im Ausland) erworben, geschweige denn abgegeben werden, insbesondere nicht an Minderjährige. Auch der Versuch ist mit der Neufassung von § 131 StGB vom 01.01.2015 unter Strafe gestellt.
  • Der reine Privatbesitz eines beschlagnahmten Mediums ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt (Ausnahme § 184b/c StGB).
  • Das Anschauen, Anhören, Abspielen, Spielen des beschlagnahmten Mediums ist nicht verboten oder unter Strafe gestellt (Ausnahme § 184b/c StGB).
  • Die öffentliche Vorführung (auch der reine Versuch einer öffentlichen Vorführung) eines beschlagnahmten Mediums kann strafrechtlich verfolgt werden (hierzu zählt auch die Vorführung vor Freunden im privaten Bereich, welcher damit „öffentlich“ wird). Hierbei gilt: „Wo kein Richter, da kein Henker“. Siehe auch Exkurs: Let's Plays und der Index.
  • Die Zugänglichmachung eines beschlagnahmten Mediums an Minderjährige ist nur für Sorgeberechtigte unter Wahrung der Erziehungspflicht erlaubt.
  • Entwickler und Publisher wurden noch nie strafrechtlich belangt oder verfolgt, wenn sie ihr beschlagnahmtes Medium nicht durch technische Sperren (Geo-Lock, Region-Lock) für den deutschen Markt unzugänglich gemacht haben.
  • Entwickler und Publisher werden nicht strafrechtlich belangt oder verfolgt, wenn Bürger in Deutschland ein beschlagnahmtes Medium im Ausland erwerben und importieren oder, wie oben beschrieben, nutzen.
  • Es ist nicht bekannt, dass Versandhändler im Ausland strafrechtlich belangt oder
    verfolgt werden, wenn sie beschlagnahmte Medien nach Deutschland verschicken (auch
    nicht, wenn keine Altersverifikation erfolgt).
Das Oberlandesgericht Hamm urteilte am 12.07.2007 (Aktenzeichen: I ZR 18/04[www.medienzensur.de]), dass der Verkauf beschlagnahmter Medien in Deutschland nicht grundsätzlich verboten ist.

Die Urteilsbegründung lautete wie folgt:

Ein "Verbreiten" im strafrechtlichen Sinne setzt dann eine körperliche Weitergabe des Mediums voraus, die darauf gerichtet ist, das Medium seiner Substanz nach einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen, der nach Zahl und Individualität so groß ist, dass er für den Täter nicht mehr kontrollierbar ist (BGH, Urt. v. 22.12.2004 - 2 StR 365/04, NJW 2005, 689, 690). Die Weitergabe an einzelne bestimmte Dritte allein erfüllt das Merkmal des Verbreitens nur dann, wenn feststeht, dass der Dritte seinerseits die Schrift weiteren Personen überlassen wird. Selbst bei einem gewerblichen Vertrieb volksverhetzender und gewaltverherrlichender Medien kann nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass ein Verbreiten in diesem Sinne vorliegt.

Zwar wurde dieses Urteil mit der Neufassung von § 131 StGB vom 01.01.2015, die schon den Versuch strafbar macht, wieder infrage gestellt, doch zeigt es sehr gut, dass die Rechtslage – vor allem aber die Interpretation davon – äußerst diffizil ist.

Fazit
Selbst Beschlagnahmen stellen zu Zeiten des Onlinehandels keine sonderlich große Hürde mehr dar. In der Praxis sorgen sie lediglich dafür, dass die Verbreitung der angeblich sozialschädlichen Medien unter Kindern und Jugendlichen noch weiter erschwert wird. Das macht sie zu einer Art ultimativen Indizierung. Außer Frage steht, dass besonders Beschlagnahmen aufgrund der weitreichenden Einschränkungen oft als Verbot gewertet werden, obwohl sie an sich nur absolute Verbreitungsverbote darstellen.
3. Besitzverbot
Komplette Verbote gibt es nur für Medien, die bestimmte Inhalte gemäß § 184b StGB[dejure.org] und § 184c StGB[dejure.org] (kinder- bzw. jugendpornographische Schriften) beinhalten. Diese Art (und nur diese Art) von Medien kann in Deutschland unter ein generelles Verbot gestellt werden und auch der Besitz wird ggf. strikt strafrechtlich verfolgt. § 184d StGB[dejure.org] regelt das „Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Rundfunk oder Telemedien; Abruf kinder- und jugendpornographischer Inhalte mittels Telemedien", also z. B. das Betrachten von Video- oder Bildmaterialien dieser Medien im Internet.

Es ist wichtig bezüglich des Besitzverbotes zwischen tatsächlichen und wirklichkeitsnahen Darstellungen zu unterscheiden. Bei Kinderpornographie werden, neben tatsächlichen, auch wirklichkeitsnahe Geschehen erfasst, bei der Jugendpornographie nicht – also hier nur tatsächliche Geschehen (Absatz 3 jeweils). Bei Videospielen bzw. gezeichneten/animierten Darstellungen erscheint nur wirklichkeitsnahes Geschehen plausibel. Eine Ausnahme ist The Guy Game, welches in der Erstversion (aus Versehen) echte Videoaufnahmen einer geschlechtsbetont posierenden Jugendlichen (kein Kind im rechtlichen Sinne mehr; über 14 Jahre alt) darstellte. Somit könnte dieser Titel unter ein Besitzverbot nach § 184c StGB fallen, falls die
Darstellungen den nötigen Pornographiecharakter erfüllen, der bei § 184c StGB nötig ist, aber nicht bei § 184b StGB.

Allgemein ist auf die Problematik von Scheinminderjährigen (Erwachsene geben sich als Kinder/Jugendliche aus) und Scheinvolljährigen (Kinder/Jugendliche geben sich als Erwachsene aus) hinzuweisen; auch dies schützt nicht vor (potentieller) Strafe, auch, wenn es eine gern gewählte Zensur in japanischen Manga-Spielen ist.

Die Paragraphen § 86a StGB („Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole“) und § 131 StGB („Gewaltdarstellung“), die am häufigsten zu Konflikten bei Videospielen in Deutschland führen, beinhalten ebenso kein generelles Besitzverbot wie wirklichkeitsnahe Jugendpornographie. Hierin unterscheiden sie sich maßgeblich von dem, was aus Publisher- und Entwicklersicht als „Verbot“ bezeichnet oder empfunden wird und sie letztlich dazu bewegt, ihre eigenen Werke zu zensieren (siehe „Zensur in Deutschland?“).
[VDVC] Schema zur Rechtslage für die wegen Gewaltdarstellungen geltenden Restriktionen

Quelle: Verband für Deutschlands
Video- und Computerspieler
[vdvc.de] (Version 1.1, unter CC BY SA 4.0[creativecommons.org])
Exkurs: Let's Plays und der Index
Das Vorspielen von Videospielen in Form von Videoreihen, so genannten Let's Plays, oder Live-Streams erfreut sich einer hohen Beliebtheit und ist ein Geschäftsfeld mit Millionen-Umsätzen. Über 4,5 Millionen Abonnenten (Stand Mai 2017) folgen Gronkh, dem größten deutschen Produzenten von Let's Plays auf YouTube. Doch wie ist es eigentlich rechtlich gesehen, wenn man z.B. Dying Light oder Dead Island zeigen will? Darf man indizierte, also jugendgefährdende Medien auf YouTube oder Twitch als deutscher Nutzer senden, obwohl beide Anbieter keine geschlossene Nutzergruppe vorweisen können?

Rechtliche Einordnung der Gattung Let's Play
Aus dem vorherigen Kapitel zur Indizierung:

Die Zugänglichmachung eines indizierten Mediums an Minderjährige ist strafbar (z.B. durch Verkauf oder Überlassen, sprich Ausleihen oder spielen lassen).

Doch das ist für Let's Plays als Video-Format nur begrenzt gültig. Bei ihnen kommt auch oft eine mehr oder weniger aufwändige redaktionelle Aufarbeitung (Schnitte, Vorspann/Abspann, Effekte etc.) und per Definition ein Audio-Kommentar hinzu. Computerspiele sind zudem ein interaktives Medium, d.h. die Art, wie sie im Detail bespielt werden, ist in den allermeisten Fällen einzigartig. Somit wird ein eigenständiges Werk kreiert und ein solches bedarf einer neuen Bewertung.
Weiterhin muss die Kunstfreiheit abgewogen werden, da Let's Plays erst mal wie Filme anzusehen sind und als solches gesellschaftlich (noch) etwas mehr Akzeptanz als Spiele genießen, und auch das Berichterstattungsprivileg kann relevant sein, wenn man Videos von allgemeinem Informationsinteresse produziert; in beiden Fällen kommt es natürlich besonders stark auf die Präsentationsart des Let's Play an.
Wenn die brutalsten, für die Indizierung unmittelbar relevanten Teile des Spieles regelrecht zelebriert werden, also z.B. exzessiv auf Leichen geschossen wird oder ein zynischer Kommentar auf das virtuelle Töten erfolgt, dann ist von einer (schweren) Jugendgefährdung auszugehen. Spielt man wiederrum ein sehr altes, aber noch indiziertes Spiel, das heute ohne Weiteres freigegeben werden würde, oder einen Titel mit USK-12-Freigabe, dann kann man auch durch gewalt- oder kriegsverherrlichende Präsentation eine Jugendgefährdung erzielen.

Dasselbe gilt analog auch für Spiele mit verfassungswidrigen Kennzeichen nach § 86a StGB, welche nach JMStV und momentaner Rechtssprechung vielleicht uneingeschränkt unzulässige Angebote sein können (siehe auch „Sonderfall: Hakenkreuz“). Da die BPjM keine Titel nur wegen Benutzung dieser Symbole indiziert und auch die vorherrschende Expertenmeinung ist, dass die Urteile von 1998 und 2010 zu Wolfenstein 3D respektive Wolfenstein (2009) in ihrer Pauschalität abzulehnen sind, kann man davon ausgehen, dass diese Symbole alleine keine Jugendgefährdung verursachen. Um sich als Produzent weniger angreifbar zu machen, wäre historische Sensibilität oder Kontextualisierung allerdings hilfreich, da dann besonders die Sozialadäquanzklausel greifen kann. Von reißerischen Darstellungen der Symbole, beispielsweise prominent im Thumbnail, ist besonders abzusehen, da hier Gerichte traditionell die Gefahr eines sogenannten Gewöhnungseffektes sehen.

Selbst bereits nach § 86a oder § 131 StGB beschlagnahmte Titel könnten so gesendet werden.

Fazit
Let's Player schießen somit etwas über das Ziel, wenn sie kategorisch keine Videos von indizierten Titeln produzieren oder diese sogar nachträglich entfernen (so geschehen öffentlichkeitswirksam bei dem Let's Play zu Dying Light von Sarazar). Allerdings ist es nachvollziehbar, wenn man sich nicht angreifbar machen will, auch wenn es – wie dargelegt – gute Verteidigungsstrategien gibt. Auch etwaige Sponsoren oder Partner könnten mit dieser Art von Content Probleme haben. Im Zweifel bleibt es eine Einzelfallabwägung und erfordert Rechtsberatung.
Problematik der Gewaltdarstellung
Deutschland ist, was die Gesetzgebung und die Akzeptanz von Gewaltdarstellungen in Videospielen angeht, sehr konservativ aufgestellt. Nichtsdestoweniger lässt sich hier in den vergangenen Jahren ein deutlicher Wandel erkennen. So wird das Medium immer mehr als Kulturgut angesehen (Anerkennung im Kulturrat) und auch teilweise sein Kunstcharakter gewürdigt, was auch dazu führt, dass dementsprechend auch die Akzeptanz für detailliertere Gewaltdarstellungen steigt und in der Spruchpraxis der USK und BPjM immer mehr von dem toleriert wird, was vor wenigen Jahren noch zu einer direkten Indizierung oder Beschlagnahme geführt hätte (z.B. Mortal Kombat X, Doom 4). Dennoch sind sie noch lange nicht da, wo Filmwerke gesellschaftlich angesiedelt sind.

Das 1982 veröffentlichte River Raid wurde von der BPjM indiziert. Im Jahre 2003 wurde es vom Index gestrichen und mit einer USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung eingestuft. Aus dem damaligen Indizierungsbeschluss: „Jugendliche sollen sich in die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken […]. Hier findet im Kindesalter eine paramilitärische Ausbildung statt […]. Bei älteren Jugendlichen führt das Bespielen […] zu physischer Verkrampfung, Ärger, Aggressivität, Fahrigkeit im Denken […] und Kopfschmerzen.“ *

* BPjS-Aktuell, Heft 2/84. Zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/River_Raid

Schutz der Jugend
In ihren Indizierungsbeschlüssen ist die BPjM durch (umstrittene) wissenschaftliche Studien, aber auch aufgrund der sogenannten Einschätzungsprärogative legitimiert. Dabei handelt es sich um das Recht des Gesetzgebers, eigene Einschätzungen abzugeben, solange diese nicht wissenschaftlich widerlegt wurden. Somit soll sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen Erwachsenen durch die angeblich verrohende und/oder sozialethisch-desorientierende Wirkung von jugendgefährdenden Medien keinen Schaden nehmen. Computerspiele haben gegenüber Filmwerken einen eher schweren Stand, da die Interaktivität und insbesondere die Ego-Perspektive besonders kritisch gesehen wird – man befürchtet eher eine Verrohung und einen Empathieverlust der Rezipienten. Bei der Einschätzung werden zudem folgende Faktoren berücksichtigt: Kontext und Häufigkeit der Gewaltausführung; Gewalt als Selbstjustiz, Lust- oder Prestigegewinn; Verharmlosung von Gewalt; Art der Gegner (z.B. Menschen/menschenähnliche Wesen oder Fantasiewesen); Realitätsbezug; Genre; alternative Handlungsoptionen oder Konfliktlösungsmöglichkeiten; selbstzweckhafte, detaillierte Gewaltdarstellungen (z.B. Zeitlupeneffekte). Siehe auch: § 15[dejure.org] JuSchG.

Schutz der öffentlichen Ordnung
Mit dem Verbreitungsverbot nach Beschlagnahme aufgrund von § 131 StGB will der Gesetzgeber die Wahrung der öffentlichen Ordnung sicherstellen. Hierbei geht es nicht primär um den Jugendschutz, sondern eher um Demokratie- oder Gesellschaftsschutz. Diese Werke könnten Konsumenten nach Ansicht des Gesetzgebers zu Gewalttaten aufstacheln und hätten damit eine sozialschädliche Wirkung. Manche Filme, die in Deutschland in ihren Uncut-Versionen seit Jahren bundesweit beschlagnahmt sind, werden in unseren Nachbarländern wie z.B. dem liberalen Frankreich für Teenager freigegeben (z.B. Tanz der Teufel bis zur Aufhebung im Jahr 2016 und der folgenden FSK-Jugendfreigabe ab 16 Jahren) oder sind in der ständigen Sammlung des renommierten Museum of Modern Arts in New York (z.B. The Texas Chainsaw Massacre, wobei die Beschlagnahme 2011 aufgehoben wurde). Die im vorherigen Abschnitt genannten Gründe für eine vermutete (schwere) Jugendgefährdung spielen auch bei der Beschlagnahme eine Rolle, wobei hier die Abwägung mit der allgemeinen Kunstfreiheit – zumindest in der Theorie – noch gewichtiger ist (auch wenn § 131 StGB explizit keine Kunstklausel hat). Kritiker bezeichnen den Gewaltdarstellungsparagraphen aufgrund der häufig kaum nachvollziehbaren Urteile und Begründungen gerne als Gummiparagraphen.
Sonderfall: Hakenkreuz
Meist werden in Deutschland schon in den frühen Abendstunden Dokumentationen, die sich äußerst detailreich mit der deutschen Geschichte und den Ereignissen des zweiten Weltkriegs beschäftigen, im Fernsehen ausgestrahlt. Dort sind neben Hakenkreuz und Hitlergruß auch Naziparolen zu sehen bzw. zu hören – und zwar vollkommen im straffreien Raum.

Sozialadäquanzklausel
Möglich macht dies die so genannte Sozialadäquanzklausel gemäß § 86 Abs. 3 StGB[dejure.org] (bzw. auch § 86a Abs. 3 StGB ). Unter Verwendung dieser Klausel wird die ansonsten verbotene Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen erlaubt, solange sie in Bereichen wie der Kunst, Wissenschaft, Lehre, der staatsbürgerlichen Aufklärung oder „ähnliche Zwecke“ angewandt wird oder wenn Unbefangene von dem geschaffenen Werk eine klare, sich distanzierende Haltung gegenüber der NS-Ideologie erkennen können.

Siehe auch: 10 Aspekte des vermeintlichen Hakenkreuzverbots in Videospielen[www.foruncut.com]

Hierunter fallen neben Filmwerken (auch solche mit Hauptzweck Unterhaltung wie z.B. Indiana Jones, Hellboy oder The Man in the High Castle) natürlich auch Bücher und Musik mitsamt ihrer Trägermedien und Verpackungen, sowie Bilderserien und Protestmärsche, zu denen beispielsweise durchgestrichene Hakenkreuzfahnen genutzt werden. Problematisch wird es bei Computerspielen deshalb, weil sie gesellschaftlich und rechtlich noch nicht vollends als Kunstform anerkannt wurden, auch wenn eine überwältigende Mehrheit der Spieler in Deutschland sie ohne länger nachdenken zu müssen als solche bezeichnen würde und Computerspiele bereits im deutschen Kulturrat als Kulturgut anerkannt wurden. Es gab bisher kein Grundsatzurteil, welches die Kunstqualität eines Computerspiels derart gewürdigt hat; dies ist auch der Grund, warum die USK pauschal die Prüfung derartiger Spiele ablehnt bzw. ablehnen sollte (vgl. § 44 Abs. 1 VwVfG[www.gesetze-im-internet.de]). Der Kunstcharakter von Spielen wurde allerdings schon bei diversen (z.b. urheberrechtlichen) Abwägungen anerkannt und auch die USK würdigt ihn in ihren Leitkriterien.

Nach JMStV können Telemedien nur verfassungswidrige Symbole beinhalten, wenn die Sozialadäquanzklausel greift (§ 4 Abs. 1).

Anmerkung: Da Videospiele generell keine Propagandamittel darstellen, gilt bei ihnen in solchen Fällen § 86a StGB („Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“) und nicht § 86 StGB („Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen“).

Verbotene Symbole
Konkret unter § 86a StGB fallen alle Symbole von verfassungswidrigen Organisationen. Wegen des Verbots der NSDAP bzw. diversen Gruppierungen des Dritten Reiches sind dies: Hakenkreuz, SS-Runen (Siegrune), SS-Totenkopf, diverse Parteiuniformen, Hitlergruß (als Geste und als Ausruf), diverse Sprüche und Parolen, Lieder (z.B. Horst-Wessel-Lied) sowie das Kopfbild Adolf Hitlers (ein 3D-Modell von Hitler wurde in dem USK-geprüften DLC Sniper Elite V2 – Kill Hitler allerdings freigegeben).
Aufgrund des Parteiverbotes der KPD wäre auch das häufig in USK-geprüften Titeln gefundene Hammer und Sichel-Symbol erfasst. In der Praxis wird dieses jedoch als weltweit genutztes Symbol von kommunistischen Parteien nicht erfasst, solange es nicht unmittelbar im Kontext der verbotenen Partei genutzt wird.

Bisherige Rechtsprechung
Das erste Urteil in Bezug auf Computerspiele erfolgte bei Wolfenstein 3D, welches 1994 von zwei Amtsgerichten (AG München, AG Tiergarten) beschlagnahmt bzw. eingezogen wurde, was dann in der höhren Instanz am 18.03.1998 durch das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt (Az.: 1 Ss 407/97) in seiner Rechtmäßigkeit bestätigt wurde. Überlegungen zur Anwendung der Sozialadäquanzklausel fanden von dem OLG nicht statt. Anders als vielfach behauptet, setzte das Gericht Computerspiele allerdings nicht pauschal mit Spielzeug gleich; lediglich der Gewöhnungseffekt wurde mit einer früheren Entscheidung des BGH in Bezug auf Modellflugzeuge verglichen. Eine sogenannte teleologische Reduktion – die Ablehnung der Anwendbarkeit eines Gesetzes, das an sich zwar greifen könnte, aber im Wortlaut als zu weitreichend angesehen wird – lehnte das Gericht ab.

Das Amtsgericht Detmold urteilte mit Beschluss vom 19.01.2010 (Az.: 3 Gs 99/10[www.justiz.nrw.de]), dass Wolfenstein (2009) aufgrund der gewaltverherrlichenden Inhalte und der Verwendung verfassungswidriger Symbole zu beschlagnahmen und einzuziehen sei. In der Urteilsbegründung wurden nicht die Möglichkeiten der Sozialadäquanz oder der teleologischen Reduktion gewürdigt. Die Beschlagnahme nach § 86a StGB wurde in nur zwei Sätzen, die aus einer Aufzählung der beanstandeten Symbole bestehen, begründet. Auch die Beschlagnahme nach § 131 StGB kann bei näherer Betrachtung als nicht haltbar bezeichnet werden.

Ebenso beschlagnahmt bzw. eingezogen wurden Importversionen von Commandos: Behind Enemy Lines durch AG Kassel im Jahre 1999 und Mortyr: 2093 - 1944 durch AG München 2001.

Chancen für Publisher
Unumstritten sind die genannten Urteile nicht. Bereits kurz nach der Verkündung des Wolfenstein-3D-Urteils gab es Kritik daran und mittlerweile gehen Rechtsexperten unisono davon aus, dass sich Publisher erfolgreich gegen diese nicht mehr zeitgemäßen Urteile wehren könnten, wenn sie denn den Mut aufbrächten, mithilfe des Kunstarguments als Teil der Sozialadäquanzklausel dagegen vorzugehen. Die Realität sieht aber leider so aus, dass sich Entwickler und Publisher entsprechender Spiele zurückhalten, weil sie offenbar keine Erfolgschancen sehen oder befürchten, als Nazi-Befürworter abgestempelt zu werden und einen Image-Schaden zu erleiden, und stattdessen lieber weiterhin auf teure Anpassungen für deutsche Versionen oder gar globale Vorzensur dieser Symbole zurückgreifen. Dabei würden sie lediglich ihr Recht auf die Verwendung der Sozialadäquanzklausel einklagen – wie sie auch die Filmwirtschaft nutzt.

Nach negativer USK-Prüfung eines Titels mit Symbolen nach § 86a StGB wäre der Gang vor dem VG Düsseldorf zwecks Verpflichtungsklage auf Kennzeichnungserteilung erfolgsversprechend. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass man als Antragssteller beim USK-Prüfungsantrag versichern muss, dass der Titel keine Symbole nach § 86, 86a StGB enthält.

Die BPjM indiziert auch keine Spiele nur wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (z.B. die neuen Ableger der Wolfenstein-Reihe von 2014/2015). Dies zeigt, dass durch Benutzung der Symbole selbst nicht zwingend eine Jugendgefährdung aufgrund des unterstellten Gewöhnungseffekts vorliegt.
Fallbeispiel: Saints Row 2
Einführend sei erwähnt, dass es relativ wenig aktuelle Fälle von Anpassungen für den deutschen Markt abseits von verfassungswidrigen Symbolen gibt; dies liegt entweder an einer Liberalisierung der Spruchpraxis der USK und BPjM oder daran, dass moderne Spiele zunehmend schwerer jugendschutzkonform zu schneiden sind, wenn die zu beanstandenden Elemente wesentliche Teile des Gameplays darstellen und sich die aufwändige Anpassung (nur für Deutschland) nicht mehr rentiert. Die berüchtigte Roboter-Zensur wie bei Half Life oder Command & Conquer: Generals, bei der menschliche Charaktere durch Roboter oder ähnliches ersetzt werden, gehört jedenfalls der Vergangenheit an.

Einleitung
Das von dem mittlerweile aufgelösten Konzern THQ im Jahre 2008 veröffentlichte Saints Row 2 weist mit die meisten Einschnitte aller jemals für den deutschen Markt angepassten Versionen auf. Diese sind so stark, dass keine Multiplayer-Kompatibilität zur internationalen Version gegeben ist. Die Uncut-Version wurde auf Liste B indiziert, es wird also strafrechtliche Relevanz vermutet. Eine leicht zensierte Version wurde von der USK im ersten Versuch abgelehnt, was zu einer Release-Verzögerung von sechs Wochen führte. Teil eins (2006) und drei (2011) der Saints Row Reihe erschienen auch ähnlich geschnitten mit USK 18. Der nächste Serienableger, Saints Row IV, erschien 2013 unverändert mit USK-18-Freigabe trotz der früher beanstandeten Inhalte.

Die Anpassungen
Nicht nur die gesamte Darstellung von Blut (Blutspritzer bei Gegnern und dem Spielercharakter sowie spezielle Geräusche bei Kopfschüssen), Ragdoll (also der Bewegung von Körpern) mit Schusswaffen und die Flammen-Animation bei brennenden Figuren wurden entfernt, sondern auch diverse, tiefgreifende Einschnitte in das Gameplay erfolgten. So lösen sich Leichen von Getöteten sofort auf, was eine Wiederbelebung mittels Defibrillator in der zensierten Version unmöglich macht. Geldbündel werden von Passanten schon bei Verletzungen und nicht erst bei Tötung fallengelassen. Der Spieler aber auch alle NPCs können keine Personen mehr greifen, festhalten und als menschliches Schild benutzen und sie ggf. exekutieren; dies wirkt sich auf diverse Missionen auf. Ein Finishing-Move im „Fight Club“ und Finishing-Moves mit der Katana wurden entfernt. Über zehn „Kampftricks“, welche Bonus-Respektpunkte (Ingame-Währung) generieren, wurden entfernt, womit sich das Belohnungssystem auf Fahrzeug-Stunts reduziert. Diverse Aktivitäten („Amokfahrt“, „Fuzz“, „Vandalismus“ und „Wilde Menge“) wurden entfernt und die als Belohnung erhaltenen Extras nicht umverteilt, wodurch die einzigartigen Features (u.a. unendliche Munition für eine Waffenart) komplett in der deutschen Version fehlen. Das Arcade-Spiel „Zombie Uprising“ und das Minispiel „Vorbeifahren“ fehlen. Der Ablauf der Prolog-Mission wurde verändert. Folgende Waffen fehlen und sind auch mittels Cheats nicht verfügbar: Flammenwerfer, Kettensäge und Pioniersprengladung. Der Begleiter „Zombie Carlos“ wurde entfernt, somit hat die deutsche Version nur acht statt neun KI-Helfer. Über ein Dutzend Ingame-Videos wurden mittels schwarzen Balkens und dem Text „Wir bitten um Verzeihung - sehr böse Dinge passieren hinter diesem schwarzen“ zensiert. Es finden sich diverse Euphemismen in der deutschen Übersetzung wieder (z.B. wird „ (to) Kill“ mit „Besiegen“ etc. übersetzt). Diverse Statistik-Einträge wurden entfernt (z.B. Nahkampf-Kills). Achievements mussten aufgrund der starken Zensur umgeändert werden.

Nach schnittberichte.com: Keine Jugendfreigabe - Euroversion[www.schnittberichte.com]

Zensur-Hintergrund
Es liegt nahe zu vermuten, dass in der deutschen Version aufgrund der schieren Menge der Einschnitte über das Nötige hinaus angepasst wurde. Doch vergleichend mit anderen USK-Versionen offenbaren sich viele der gängigen Einschnitte aufgrund der Spruchpraxis zum Ende der 2000er Jahre. So war Ragdoll seit jeher ein Indizierungsgrund wie bei z.B. dem deutschen Spiel Far Cry; mittlerweile wird Ragdoll in vielen Fällen toleriert. Brennende Gegner wurden in diversen Spielen entfernt bzw. verändert wie z.B. die Left 4 Dead-Reihe oder Dark Messiah of Might and Magic. Ersteres hat auch die sofort auflösenden Leichen. Die Gameplay-Zensuren wie bei Geldbündeln, Missionsabläufen und Rampage-Missionen etc. finden sich in Genre-Vertretern wie der Grand Theft Auto-Reihe (bis Teil vier) wieder. Sleeping Dogs ist ein modernes Beispiel für entfernte Finishing-Moves. Minispiele mit z.B. Belohnungen für Kills unter Zeit fehlen u.a. in Call of Duty: World at War und Resident Evil 4 (Indizierungsgrund, da Gewalt uncut). Auch die Belohnung für (kreative) Kills kann problematisch sein, wie die Indizierung der Uncut-Version von Tom Clancy's Rainbow Six - Vegas 2 zeigt (hier wurde zwar auch Gewalt zensiert, diese ist aber wesentlich inhaltsgleich zum ungekürzt freigegebenen Vorgänger, was auf übermäßige Zensur hindeutet). Entfernte Spieler-Waffen gibt es z.B. In NecroVisioN (Flammenwerfer) und Scarface - The World Is Yours (Kettensäge).

Fazit
Die deutsche Version von Saints Row 2 ist nur noch ein Versions-Torso. So viele Modi und Features fehlen, dass die angepasste Version sicherlich als minderwertig zu bezeichnen ist. Die reine Zensur von Gewalt-Effekten ist wiederum natürlich immer Geschmackssache und nicht unbedingt für den Spielspaß essentiel, auch wenn hier vor allem die sich sofot auflösenden Leichen stören können.
Fallbeispiel: Wolfenstein (2009)
Einleitung
Wolfenstein wurde 2009 von Activision veröffentlicht. Es handelt sich um einen Ableger der Wolfenstein-Reihe, welche 1992 Bekanntheit mit Wolfenstein 3D erregte. Die internationale Version von Wolfenstein wurde in diversen Fassungen wegen Erfüllung des Straftatbestandes § 86a und § 131 StGB bundesweit beschlagnahmt. In der ersten Veröffentlichung der deutschen Version wurde ein winziges Hakenkreuz übersehen, was in einer Rückrufaktion resultierte. Die neusten Ableger der Reihe, Wolfenstein: The New Order und Wolfenstein: The Old Blood, wurden auch in der Symbolik angepasst, bekamen aber trotz expliziter Gewaltdarstellung die USK-18-Freigabe.

Die Anpassungen
Die Darstellung von Blut als Partikel oder Textur wurde stark reduziert. Ragdoll-Effekte und eine besondere Todesanimation fehlen. Wehrlose Wissenschaftler lassen sich nicht mehr töten. Dekorative Leichen wurden in diversen Levels entfernt. Alle Bezüge zum Dritten Reich wurden entfernt, z.B. „Himmler“ zu “Höller“ oder „die Nazis“ zu „die Wölfe“ umbenannt. Hakenkreuze, SS-Rune und Balkenkreuze wurden durch Wolfenstein-Zeichen an Flaggen, Uniformen, Fahrzeugen, Plakaten etc. ersetzt. Auch Bilder von Adolf Hitler oder solche, die den Hitlergruß zeigen, wurden ausgetauscht. Blut und Symbole fehlen in diversen Zwischensequenzen. Das Cover wurde verändert (SS-Totenkopf/-Runen).

Nach schnittberichte.com: Keine Jugendfreigabe - Euroversion[www.schnittberichte.com]

Zensur-Hintergrund
Die Zensur der Gewaltdarstellung ist gängig für die Zeit um 2009, welche eine Vielzahl abgelehnter Freigaben aufgrund ähnlicher Darstellungen aufwies (z.B. TimeShift, Borderlands, Dark Sector). Interessant ist, dass brennende Personen und resultierende Texturen nicht entfernt wurden und dies keiner Freigabe im Weg stand. Gleiches gilt für Effekte von Waffen, die Figuren auflösen/zerbröseln, welche bei z.B. Unreal Tournament 3 oder Bulletstorm zensiert wurden. Nicht mehr zu tötende Zivilisten/wehrlose Figuren finden sich z.B. in Half Life oder Max Payne 3.
Die Zensuren von verfassungswidrigen Symbolen sind typisch (z.B. Medal of Honor-Reihe, Commandos-Reihe, Call of Duty-Reihe) und werden bei anderen Spielen auch global, also bei allen Spieleversionen, vorgenommen (z.B. Sniper Elite V2, Assassin's Creed Unity, BloodRayne 2), um Kosten zu sparen – effektiv stellt nur der deutsche Markt bei solchen Symbolen ein Problem dar. Kurioserweise wurde bei Wolfenstein von 2009 auch das Balkenkreuz, welches oft als legales Ersatzsymbol für Hakenkreuze herhalten muss, zensiert. Man war offensichtlich bestrebt, alle Referenzen zum Dritten Reich zu tilgen, was als künstlerische und nicht rechtlich notwendige Maßnahme anzusehen ist.
Cover-Zensur ist auch ein wiederkehrendes Phänomen wie bei z.B. Left 4 Dead 2. Auch Saints Row 2 erfuhr eine Cover-Änderung, die man aber eher nicht als Notwendigkeit werten kann; denkbar ist, dass so von Publishern gelegentlich bewusst auf angepasste Versionen hingewiesen wird (z.B. auch die amerikanische Version von Fahrenheit).

Fazit
Die deutsche Version von Wolfenstein (2009) weist stark einschneidende Veränderungen auf. Die Zensur der Gewalt kann definitiv den Spaß am Spiel nehmen, da das fehlende visuelle Feedback von Gegnern bewirkt, dass das Gameplay weniger mitreißend ist (bei kompetitiven Spielen kann außerdem ein Wettbewerbsnachteil enstehen). Das Gaming-Magazin IGN bezeichnete die unzensierte Version von Left 4 Dead 2 z.B. als „a far superior experience“* gegenüber der ähnlich wie hier gewalt-technisch stark beschnittenen, australischen Version von Left 4 Dead 2. Deutsche Magazine halten sich mit solchen Einschätzungen traditionell zurück, erkennen aber auch teilweise starke Gewalt-Einschnitte als wertungsmindernd an. Die Zensur bezüglich des Dritten Reiches verändert die Spiel-Atmosphäre und -Story zumindest stark, was Käufer befremden kann.

* IGN, 2009: http://www.ign.com/articles/2009/11/19/left-4-dead-2-edited-australian-version-review
Exkurs: Andere Länder, andere Sitten
Andere Länder haben andere Einstufungssysteme und reiben sich teilweise an anderen Dingen als der Jugendmedienschutz in Deutschland.

Für die USA, Kanada (außer Quebec) und Mexiko arbeitet das Entertainment Software Rating Board (ESRB). Dieses vergibt rechtlich nicht-bindende Empfehlungen mit spezifischen Inhaltshinweisen für Erziehungsberechtigte, anders als die Freigaben USK. Das heißt, dass es einem Verkäufer frei steht, auch Titel mit einem Mature- oder Adults-Only-Rating (17+ bzw. 18+) an Kinder zu verkaufen. In der Praxis kann aber davon ausgegangen werden, dass trotzdem der Verkauf verweigert wird. Viele US-Händler wie z.B. die Kette Walmart führen außerdem freiwillig keine AO-Spiele und auch z.B. die US-Streaming-Seite Twitch verbietet das Senden dieser; dies macht solche Titel wirtschaftlich unattraktiv. Das AO-Rating wird meist aufgrund von sexuellem Content erteilt (z.B. Erstveröffentlichung von Fahrenheit), aber auch Gewalt kann ausschlaggebend sein (z.B. Manhunt, Hatred). Generell sieht man Gewalt in den Vereinigten Staaten gelassener, wodurch manche in Deutschland indizierte Spiele ein Teen-Rating (13+) erhielten, aber Nacktheit sowie Schimpfworte und Alkoholkonsum sind weniger akzeptiert, was auf die puritanischen Ursprünge des Landes zurückgeführt werden kann. Siehe auch: ESRB Ratings Guide[www.esrb.org].

Australien gilt als einer der schwierigsten Märkte für Videospiele. Das Australian Classification Board (ACB; manchmal auch nach ihrer aufgelösten Dachorganisation als OFLC bezeichnet) vergibt u.a. die für den Handel bindenden Einstufungen Mature Accompanied (MA15+, unter 15 Jahre nur mit Erziehungsberechtigten) und Restricted (R18+). Letztere Freigabe war lange Zeit Computerspielen verwehrt, was zu einer erhöhten Zahl von abgelehnten Freigaben – Refused Classification (RC) – führte. Der Verkauf und Import von RC eingestuften Werken, aber auch ungeprüften, ist verboten. Des Weiteren ist sogar der Besitz in den Landesteilen Western Australia und Teilen der Northern Territories verboten. Zensur für eine MA15+ Freigabe bevor R18+ eingeführt wurde, war gängig, wie bei z.B. Left 4 Dead 2 (zensiert entsprechend der USK-18-Version); die unzensierte Version bekam später R18+. Gewalt ist in der Spruchpraxis des ACB generell weniger ein Problem, was man an z.B. der Uncut-Freigabe von Dead Island mit MA15+ (in Deutschland indiziert) sieht; die Darstellung von sexuellen Inhalten, vor allem sexueller Gewalt, und Drogenkonsum sind allerdings kontrovers und führen weiterhin oft zu einer Freigabe-Ablehnung (z.B. Hotline Miami 2, Risen, Witcher, Fallout 3). Siehe auch: Guidelines for the Classification of Computer Games[www.legislation.gov.au].

Der japanische Markt ist ebenso schwierig. Die Computer Entertainment Rating Organization (CERO) benötigt für niedrigere Einstufungen oft Einschnitte, welche von den Publishern vorgenommen werden, da die höchste Freigabe, das Z-Rating, verkaufseinschränkend ist: separater Verkauf unter Altersnachweis und Werbungseinschränkungen ähnlich wie bei Indizierung in Deutschland. Das Rating kann auch ganz verweigert werden. Zu den für Japan zensierten Titeln gehören u.a. Thief (2014), Wolfenstein: The New Order, The Last of Us, Until Dawn, Dying Light, The Evil Within – die beiden ersten wegen sexuellen Inhalten (weibliche Nippel sind ein Tabu), alle anderen wegen Gewalt (Köpfungen z.B. stehen meist einer Freigabe im Weg). Theoretisch ist die CERO nur für Konsolenspiele zuständig, auf Steam sieht man aber auch den Einfluss von zensierten, japanischen Versionen, selbst bei japanischen Spielen wie Resident Evil 4 (Gewalt und sexueller Content). Eine beliebte Option zur Umgehung der Zensur ist auch die Bereitstellung von offiziellen Uncut-DLCs und/oder Patches (z.B. Evil Within oder Dying Light). Siehe auch: CERO Code of Ethics[www.cero.gr.jp].

Pan European Game Information (PEGI) wird in über 30 zum Großteil europäischen Ländern genutzt – Deutschland gehört nur indirekt dazu, da Retail-Versionen oft für Österreich und der Schweiz die Kennzeichen tragen. Die Ratings dienen hierbei in den meisten Fällen nur als Empfehlung. Ausnahmen sind u.a. das Vereinigte Königreich, welches bis 2012 BBFC nutzte und auch eine gewisse Zensur-Geschichte hat, und in Österreich die Bundesländer Wien und Kärnten. Anders als die USK gibt die PEGI durch Symbole Hinweise auf Spielinhalte zur Orientierung von Erziehungsberechtigen. Einem Spiel kann aufgrund der Tatsache, dass die Einstufung durch das Ausfüllen eines Fragebogens durchgeführt wird, nicht die Einstufung verweigert werden – dennoch werden die Angaben auf ihre Wahrhaftigkeit hin überprüft. Es gibt belegbare Fälle von Zensur aufgrund niedrigerer PEGI-Einstufungen (z.B. Beyond: Two Souls), aber auch ggf. wegen USK-Freigaben, um eine paneuropäische Version vermarkten zu können (z.B. The Last of Us, God of War: Ascension). PEGI bezieht das Strafrecht einzelner Länder nicht in ihre Einstufungen mit ein. Siehe auch: PEGI QUESTIONNAIRE[www.pegi.info].

Es existieren noch diverse weitere Einrichtungen in anderen Ländern. Erwähnenswert ist auch die Skelett-Zensur in China (z.B. Dota 2, World of Warcraft) oder diverse Verbote in Ländern des Nahen Ostens (z.B. Spec Ops: The Line, Heavy Rain, Darksiders).
In der International Age Rating Coalition (IARC) haben sich ab 2013 außerdem ClassInd (Brasilien), ACB, ESRB, PEGI und USK zusammengeschlossen, um die Klassifikation von digitalen Spielen und Apps mittels eines Fragebogens, welches die (für Deutschland nicht endgültige) Einstufung angibt, zu erleichtern.

Fazit
Im Kontrast ist festzustellen, dass Deutschland ein verhältnismäßig strenges und komplexes Jugendschutzsystem mit einer Vielzahl von Kontrollinstanzen und Regularien aufweist (Zitat USK[www.usk.de]: „[die] weltweit verbindlichsten gesetzlichen Regeln für die Prüfung und [den] Verkauf von Computerspielen“). Die Systeme der Indizierung und der Beschlagnahme sind in ihrer Tragweite und Anwendungspraxis mit keiner anderen westlichen Demokratie vergleichbar. Auch die generelle Problematik mit Symbolen nach § 86a StGB bei Computerspiele ist einzigartig; selbst Deutschlands Nachbar Österreich, der oft dieselben Versionen erhält, lässt derartige Symbole pauschal in Computerspielen zu.
Gibt es Zensur in Deutschland?
Das Grundgesetz in Deutschland untersagt unter Artikel 5[dejure.org] jede Art von staatlicher (Vor-)Zensur in Bezug auf Meinungs-, Presse und Kunstfreiheit und erlaubt jedem in Deutschland lebenden Menschen, sich frei in Wort, Schrift und Bild zu äußern und aus allgemein zugänglichen Quellen zu unterrichten. Allerdings gibt es hierbei Ausnahmen, die dieses Verbot der Zensur und somit die oben genannten Freiheiten einschränken können, aber nicht zwangsläufig müssen.

Eine der Ausnahmen ist, wie bereits erwähnt, das Jugendschutzgesetz (JuSchG). Aber auch Persönlichkeitsrechte können zu Einschränkungen führen. Das JuSchG ermöglicht, dass unter anderem Indizierungen aufgrund jugendgefährdender Medien durchgeführt werden, doch bezieht sich dieses dabei auf Minderjährige.

Eine staatlich vorgeschriebene (Vor-)Zensur gibt es somit generell nicht in Deutschland. Es handelt sich um eine Nachzensur anhand Indizierung aufgrund bestimmter Darstellungen und gerichtlicher Beschlagnahme aufgrund von bestehenden Gesetzen im Strafrecht. Dies Zensur geschieht nur nach und niemals vor der Veröffentlichung eines Mediums; dabei ist es egal, wo das Medium veröffentlicht wurde oder ob es überhaupt offiziell in Deutschland vertrieben wird.

Zitatesammlung
Es kann nicht sein, dass ein Film aus Gründen des Jugendschutzes auch
Erwachsenen nicht zugänglich ist. Das ist ein Konstruktionsfehler. So etwas
gibt es nur in Deutschland.
– Christiane von Wahlert, Geschäftsführerin der SPIO (Muttergesellschaft der FSK)*

Ich persönlich [...] denke, die FSK ist in gewisser Weise eine Zensurbehörde
insofern, als daß kaum ein Film ohne FSK-Zeichen auf den Markt
zu bringen ist.
– Hans-Joachim von Gottberg, ehemaliger Ländervertreter der Landesjugendbehörden der FSK und ehemaliger Geschäftsführer der FSF*

* Eine Übertragbarkeit auf die USK bzw. Computerspiele ist ohne Weiteres denkbar. Zitiert nach: Langner, Yvonne: Europäische Filmzensur unter Berücksichtigung der Jugendschutz-Bestimmungen – Deutschland im Vergleich zu den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Spanien. 2011, S. 68 und S. 41.

Eigenzensur
Droht einem Spiel die Gefahr, indiziert oder gar beschlagnahmt zu werden, so kann es nicht mehr öffentlich beworben oder ausgestellt werden. Viele Entwickler und Publisher fürchten Gewinneinbußen und nehmen lieber Eingriffe an der Gewaltdarstellung vor, um eine offen verkaufbare und bewerbare USK-Version anbieten zu können.

Titel, die von der USK eine Altersfreigabe erhalten haben, können nicht mehr indiziert werden, weshalb man diese Eingriffe vornimmt, um wirtschaftliche Planbarkeit zu gewinnen. Erschwerend kommt hinzu, dass für nicht USK-geprüfte Computerspiel-Veröffentlichungen Rechtssicherheit fehlt, da keine JK-Einstufung (juristische Prüfung) genutzt wird.

Ein weiterer Punkt ist noch, dass Publisher anscheinend damit rechnen, dass Minderjährige doch über Umwege an höher gekennzeichnete Werke kommen, so lange sie offen verkauft werden (durch Freunde, Eltern oder skrupellose Verkäufer). Da Steam als Online-/Download-Distributor lediglich für Jugendschutzprogramme kennzeichnet, die nur von einem Bruchteil der Erziehungsberechtigten genutzt werden, kann hier auch von einem geringen Schutzniveau bzw. hohen Absatzmöglichkeiten an Minderjährige ausgegangen werden.

Fand eine Beschlagnahme statt, gibt es zudem überhaupt keinen anderen Weg als die Eigenzensur, um den deutschen Markt direkt bedienen zu können.

Chilling Effects
Die Indizierung eines Werkes hat oft eine sehr abschreckende Wirkung auf (nicht-deutsche) Anbieter. Ein Beispiel ist die Internetseite reddit.com, welche nach Indizierung eines ihrer Sub-Reddits mit fraglos schwer jugendgefährdenden Inhaltes die darauf folgende IP-Sperre** damit rechtfertigte, das Fortbestehen von Reddit an sich in Deutschland sichern zu müssen. In Wahrheit war nur die Entfernung des Sub-Reddits von google.de erfolgt und Jugendschutzsoftware hat von nun an den Besuch der Unterseite blockiert. Strafverfolgung für den nicht-deutschen Anbieter ist nicht realistisch, wie die Existenz von tausend anderen (amerikanischen) indizierten Web-Seiten beweist. Der BGH hat im Jahr 2014
ohnehin klar gemacht, dass die meisten medienregulatorischen Normen (u.a. die für Videospiele
relevanten §§ 86a und 131 StGB) nicht aus dem Ausland heraus verletzt werden können. Reddit Inc. betreibt weiterhin ungeachtet dessen und ohne IP-Sperren oder geschlossene Nutzergruppen tausende Sub-Reddits mit zweifellos schwer jugendgefährdenden Inhalten wie z.B. Hardcore-Pornographie.

Der Auslöser dieses manchmal irrationalen Verhaltens wird auch als Chilling Effect (Abschreckungseffekt), dem vorauseilender Gehorsam und Selbstregulierung folgt, bezeichnet. Solch eine Schere im Kopf haben oft auch Publisher und Entwickler von Videospielen in Anbetracht des einschüchternden, deutschen Rechtssystems. Bei Journalisten und Redakteuren von Gaming-Magazinen resultiert das teilweise in der Zensur jeder Nennung eines indizierten Mediums, aus Angst, dass dies als Werbung aufgefasst werden könnte, wodurch das Thema mit all seinen Auswirkungen tabuisiert wird. Es wurde noch nicht gerichtlich geklärt, ob die reine Nennung eines indizierten Titels oder das journalistische Besprechen als Werbung dafür aufgefasst werden könnte.

** Abbildung oben. „451 Unavailable“ ist ein HTTP-Error, der auf Zensur hinweist. Es handelt sich um eine Anspielung auf den dystopischen Roman Fahrenheit 451.
Drastische Konsequenzen für PC-Spieler
Bisher haben Eigenzensuren der Entwickler und Publisher von PC- und Konsolenspielen in Deutschland schon einige sehr bittere Einschränkungen mit sich gebracht. Da aktuell immer weiter reichende, noch tiefer sitzende und schier unüberwindbare Nutzungs-Barrieren eingebaut werden, kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass sich hier in naher Zukunft etwas zum Positiven verändern wird – (vornehmlich) zum Leidwesen aller PC-Spieler in Deutschland.

Angefangen von Schnittversionen, die derart abgeriegelt sind, dass Multiplayer-Modi ausschließlich mit der deutschen, zensierten Version kompatibel sind und somit das Spielen mit anderen Spielern aus aller Welt unmöglich ist, oder Versionen, welche nur mit deutscher Sprachversion daherkommen, über Spiele, die sich nicht erst mit deutscher IP-Adresse auf Steam aktivieren lassen oder gar zusätzlich den Start und Download blockieren.

Von Geolocks betroffen sind in fast allen der aktuellen Fälle PC-Spieler. Immer mehr Publisher setzen auf DRM-Systeme wie Steam, Origin oder uPlay, bei denen die Produktschlüssel (Keys) ihrer Spiele permanent an ein Nutzerkonto gebunden werden müssen. Die momentane Konsolengenerationen von Microsoft und Sony verfügen technisch gar nicht über die Möglichkeit, Spiele für/in Deutschland zu sperren und ermöglichen so problemlos den Import und die Nutzung von indizierten und beschlagnahmten Videospielen.

Anders sieht es da bei Steam, der dominierenden Plattform für PC-Spiele, aus. Leider wurde hier vom Betreiber Valve eine Funktion eingebaut, die vor der Aktivierung eines Produktschlüssels oder eines Steam-Gifts eine IP-Prüfung durchführt. Wird dabei eine aus Deutschland stammende IP-Adresse entdeckt, wird einem die Aktivierung und freie Nutzung diverser Produkte verweigert.

Manch einer würde jetzt sagen: „Na und, dann benutze ich halt ein VPN-Programm, ändere meine IP und aktiviere es dann!“ Das mag zwar theoretisch möglich sein, jedoch stellt einen das vor zwei große Probleme.
  1. Die Nutzung von Programmen oder Diensten, die „die Herkunft verschleiern“, verstoßen gegen die aktuell gültigen, allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB, engl. SSA, „Steam Subscriber Agreement“) von Steam. Zu allem Überfluss sind diese Passagen der AGB sogar rechtlich zulässig, wie Rechtsanwalt Christian Solmecke der Kanzlei WBS Law auf YouTube erklärt (ab Minute 1:20):


    Auch EU-Recht erlaubt derartige Sperren bei Retail-Produkten, da das deutsche Jugendschutzgesetz oder Strafrecht stärker gewichtet ist als etwaige Handelsgesetze im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt.

    Wer einen solchen Dienst nutzt, um Regionsbeschränkungen zu umgehen, riskiert somit, seinen Nutzeraccount (unter Umständen dauerhaft) gesperrt zu bekommen. Zwar gab es bisher nach aktuellem Kenntnisstand noch keinen derartigen Fall – wohlgemerkt für die Aktivierung, nicht das Einkaufen im Store –, doch sicher sein kann man sich hierbei nie. Viele Nutzeraccounts haben mehrere hunderte oder gar tausende Spiele an sich gebunden, so dass es sehr unklug wäre, diese wegen der Aktivierung eines einzelnen Titels zu riskieren.

  2. Sobald man dieses „die Herkunft verschleiernde Programm“ wieder beendet, verweigert Steam einem unter Umständen sogar das Herunterladen oder den reinen Start des Spiels, da hier eine erneute IP-Prüfung durchgeführt wird. Man müsste das besagte Programm also dauerhaft laufen lassen.

    Somit ist die Nutzung eines solchen Dienstes keine sinnvolle Alternative.

Ebenso wenig sind sogenannte Uncut-Patches oder die Schwarzkopie eines geoblockierten Spieles Alternativen, da hier Verstöße gegen das Urheberrecht erfolgen würden. Die einzigen verbleibenden, echten Alternativen bei PC-Spiele, die auf Steam setzen und keine DRM-freie Version haben, sind die Konsolenversionen oder der Boykott.

Diese Ungleichbehandlung der verantwortlichen Entwickler und Publisher führt dazu, dass deutsche PC-Spieler auf eine Insel gesetzt werden, auf die sie nicht gehören. Es mag Länder geben, in denen solche hundertprozentigen Sperren aus rechtlicher Sicht notwendig sind, Deutschland sollte jedoch nicht dazu gehören. Es ist sehr ernüchternd, mit ansehen zu müssen, dass Deutschland als einer der drei größten Spielemärkte auf Steam (gemessen an der aktuell gelieferten Bandbreite in Prozent) derart behandelt wird.

Sollte ein Altersverifikationssystem, ähnlich wie unten beschrieben, auf Steam Einzug halten, wäre das Problem abgemildert. Konsolenspieler können weiterhin nach wie vor problemlos auf einen Import zurückgreifen – auch ohne AVS.
Geolocks – rechtlich notwendig?
Rechtlich gesehen gibt es aus Konsumentensicht keine Gründe, ein Computerspiel in Deutschland mit der Integration eines Geo- oder Region-Locks komplett unzugänglich zu machen. Denn wie nun bereits mehrfach deutlich erklärt wurde, existiert kein (in der Praxis relevantes) Gesetz, das einem die Nutzung von indizierten oder beschlagnahmten Medien untersagt, geschweige denn die Integration eines solchen Geo- oder Region-Locks vorschreibt. Kaum einer verlangt außerdem ernsthaft, dass betroffene Publisher ihre Spiele direkt an deutsche Kunden im Steam-Store verkaufen sollen; nur die Ermöglichung der Nutzung von legalen Import-Versionen via Produkt-Schlüssel (Key) wird gefordert.

Originally posted by Square Enix:
Durch die Umtragung von Liste B auf Liste A, die wir natürlich begrüßen, fällt zwar die strafrechtliche Komponente weg, allerdings sind wir weiterhin verpflichtet, verfügbare Maßnahme zu ergreifen, um eine Verbreitung des Spiels an Minderjährige zu unterbinden. [...] Aufgrund der Indizierung kann das Spiel online legal nur vertrieben werden, wenn der Anbieter über ein ausreichendes Altersverifikationssystem verfügt, welches Steam nicht bietet.

Originally posted by ZeniMax Media (Mutterunternehmen von Bethesda Softworks):
Als „verfassungsfeindlich“ klassifizierte Inhalte (bspw. entsprechende Symbole) dürfen nur unter ganz bestimmten Bedingungen in Deutschland genutzt werden, und obwohl es bspw. Ausnahmen für Kunst und Literatur gibt, gelten diese nicht für Video- und Computerspiele.

Um zu verhindern, dass digitale Downloads der internationalen Fassung in Deutschland verkauft, importiert, vertrieben und angeboten werden können, muss die Aktivierung der internationalen PC-Fassung dieser Spiele in Deutschland durch technische Maßnahmen blockiert werden.

Immer mehr Publisher beginnen jedoch, ihre potentiell zahlungswillige Kundschaft aus Deutschland aufgrund einer übervorsichtigen, kundenunfreundlichen Interpretation von dem, was rechtlich genau als Zugänglichmachung gilt (Key-Aktivierung, Download, Authentifizierung des Spielstarts oder nur der Verkauf), zu drangsalieren. Die Rechtslage ist bezogen auf Online/DRM-Plattformen wie Steam unklar. Betroffene Publisher mit Sitz in Deutschland sehen sich gezwungen, diese existierenden, technischen Möglichkeiten auf Steam zu nutzen, da sie sonst – nach ihrem Rechtsempfinden – grob fahrlässig handeln würden. An langfristiger und erfolgsversprechender Problemlösung sind sie scheinbar nicht sonderlich interessiert. Im Falle von Bethesda Softworks' Titel Wolfenstein: The New Order und Wolfenstein: The Old Blood wären dies die Möglichmachung der Anwendbarkeit der Sozialadäquanz-Regelungen bei Benutzung verfassungswidriger Symbole nach § 86a Abs. 3 StGB (z. B. attestiert durch ein juristisches
Gutachten) durch Klageverfahren und bei Square Enix die Forderung von Valve zur Implementierung eines Altersverifikationssystems für Steam im Falle von Sleeping Dogs: Definitive Edition (mittlerweile nur noch Liste A indiziert).

Erklärend sei erwähnt, dass Valve, der Betreiber von Steam, Aktivierungssperren von Keys teilweise selbst setzt, wenn sie es für sinnvoll erachten. Publisher können dann allerdings Einspruch einlegen und die Sperren entfernen lassen – so geschehen bei dem Spiel Hatred für Deutschland und Australien. Manchmal entstehen Aktivierungssperren auch rein aufgrund des technischen Aufbaus des Angebots und sind nicht gewollt mit deutscher Gesetzeslage begründet (nachvollziehbar via SteamKit). Hier verbaut man sich aufgrund von Willkür Absatzmöglichkeiten, indem man deutsche Kunden ausschließt. Die harte, generelle Start/Download-Sperre für bestimmte Länder-IPs wird wiederum nur auf Nachfrage gesetzt (bislang nur Bethesda und Square Enix). Technisch wurde dieses Mittel entweder aufgrund von Preisdiskriminierung in Niedrigpreisländern oder dem Wunsch Capcoms eingeführt. Letzteres legt der Eintrag auf der Store-Seite von Dead Rising 2: Off the Record nahe: „Hinweis: Capcom verlangt, dass das Spiel mit einer IP-Adresse aus Deutschland weder installiert noch aktualisiert werden kann.“. Kurioserweise war die Sperre für diesen Titel aber nie aktiv. Retail-Keys des strafrechtlich relevanten Titels (Liste B) lassen sich mittlerweile auch regulär aktivieren. Andere Spiele mit Blacklist haben keinen solchen Hinweis. Valve selbst erlaubt auch die Nutzung der von ihnen entwickelten und gepublishten, unzensierten Version des nach § 131 StGB beschlagnahmten Left 4 Dead 2 problemlos via Retail-Key auf Steam; allerdings hat Valve anders als Bethesda bzw. ZeniMax Media oder Square Enix auch keinen Sitz in Deutschland.
Lösungsvorschlag: AVS
Eine der derzeit gangbaren Möglichkeiten wäre die konsequente Nutzung eines freiwilligen Altersverifikationssystems (AVS) für deutsche Spieler auf Plattformen wie Steam. Nachdem man nachweisen konnte, volljährig zu sein, darf man in Deutschland, wie oben bereits erwähnt wurde, mit einer Ausnahme jedes Medium erwerben, besitzen und auch nutzen. Betreiber von Online-Angeboten dürfen in geschlossenen Nutzergruppen rechtssicher Liste A und C indizierte Titel bewerben und verkaufen bzw. zugänglich machen (§4 JMStV)[www.artikel5.de]. Hierbei ist jedoch unbedingt zu beachten, dass sichergestellt werden muss, dass Sohnemann sich nicht irgendwie die Zugangsdaten seines Vaters verschaffen kann (zum Beispiel über die 2-Faktor-Anmeldung mit Smartphone-App).

Eine Umfrage unter 1811 Gruppenmitgliedern[foruncut.com], die die Initiatoren der Steam Community-Gruppe for UNCUT! im Jahr 2013 durchgeführt haben, hat gezeigt, dass der größte Teil (76,4 %) der aus Deutschland stammenden Teilnehmer eine einmalige Prüfungsgebühr von bis zu 10,00 € akzeptieren würde, wenn man ihnen im Anschluss daran den Katalog vieler unzensiert auf Steam erhältlicher Titel zur Verfügung stellt.
Müsste man pro Kauf bzw. Anzeige des “Index-Stores” eine Verifikationsgebühr zahlen, sinkt die Akzeptanz auf 30,0 %, wobei man hier abwägen muss, wie hoch diese Gebühr pro Kauf im/Anzeige des „Ab 18 Stores“ ausfallen würde.

So wäre die Umsetzung einer wasserdichten Altersverifikation auf Steam denkbar:
  1. Es erfolgt die „Erstprüfung“, die mit einer Gebühr verbunden ist (< 10,00 €).
  2. Nach erfolgter Erstprüfung schaltet Steam dem Nutzer genau einen (und nicht mehrere) Nutzeraccount für den „Ab 18-Store“ (samt indizierten Titeln der Listen A + C) frei.
    Dieser „Ab 18-Store“ könnte zusätzlich PIN-geschützt* sein.
  3. Möchte ein Nutzer aus Deutschland Zugriff auf den „Ab 18-Store“ erhalten, muss er seine PIN eingeben. Hat er das getan, kann er darin stöbern und Artikel in den Warenkorb legen.
  4. Im Anschluss daran kann der Kauf wie gewohnt abgeschlossen werden.

    * Ein PIN-Schutz könnte deshalb von Vorteil sein, weil er von der KJM als zusätzliche Hürde für Minderjährige gesehen werden könnte. Notwendig wäre ein PIN-Schutz aber höchstwahrscheinlich nicht, wenngleich er sicherlich auf große Zustimmung bei der KJM stoßen würde. Mit Family View verfügt Steam außerdem schon über ein Pin-Schutz-System.
Somit wäre nicht nur Valve und die Publisher auf der rechtlich sicheren Seite, sondern auch der Käufer mehr als zufrieden, da er sonst anfallende, kostspielige Versand- und Post-IDENT-Gebühren nicht mehr aufbringen muss. Gleichzeitig würden alle Steamnutzer in Deutschland dafür sorgen, dass Valve als Betreiber des Altersverifikationssystems keine Kosten durch die Bereitstellung eines solchen Systems entstehen.

Mit anderen Worten: Eine Win/Win-Situation auf ganzer Linie – für beide Seiten!
Exkurs: KJM-Freigabe für AVS
Der Sinn eines AVS
Nach den Kriterien im AVS-Raster der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) (welches wiederum auf den Vorgaben durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag bzw. den Richtlinien der Landesmedienanstalten beruht) gliedert sich ein Altersverifikationssystem (AVS) in zwei Schritte oder Module. Im ersten Schritt soll eine Identitäts- und Volljährigkeitsprüfung anhand einer (mittelbaren) Gesichts- und Ausweiskontrolle – die sogenannte Identifizierung – stattfinden. Der zweite Schritt soll mit einer erneuten Authentifizierung des identifizierten Nutzers sicherstellen, dass auch wirklich nur derjenige, der die Identifizierung durchlaufen hat, Zugriff auf die in einer geschlossenen Benutzergruppe geschützten Inhalte bekommt. Ein Anbieter muss aber auch sicherstellen, dass eine Umgehung der geschlossenen Benutzergruppe nicht so einfach ist, z. B. indem Hintertüren (zum Beispiel andere Login-Möglichkeiten) geschlossen werden, Sitzungen zeitbegrenzt werden oder nach längerer Abwesenheit automatisch geschlossen werden.

Damit soll das Risiko einer Weitergabe von Zugangsberechtigungen an Minderjährige so weit wie möglich reduziert werden. Ganz unterbinden lässt sich eine Zugänglichmachung jedoch nie, da jeder Bundesbürger für die Einhaltung der Jugendschutzgesetze mitverantwortlich ist und manche aus Vorsatz oder Unwissen nach der Zugangserteilung ihrerseits Medien für Minderjährige verfügbar machen können – was jedoch nur ihnen selbst anzulasten wäre. In diesem Zusammenhang sei nochmals erwähnt, dass auch Eltern und Erziehungsberechtigte sich strafbar machen können, wenn sie fälschlicherweise das Elternprivileg überstrapazieren und zu sorglos mit jugendgefährdenden Inhalten für ihre Schützlinge aufwarten. Jugendschutz ist und bleibt vorrangig immer noch elterliche Erziehungsaufgabe – auch mit der Pflicht zu schauen, was die Kinder und Jugendlichen so treiben und mit ihnen darüber zu sprechen und sie medienpädagogisch zu erziehen.

Einmalprüfung oder mehrmaliger Zugang?
Bei der oben angesprochenen Erschwerung des Zugangs zu jugendgefährdenden Medien ist zwischen einer einmaligen Altersprüfung bei einem einmaligen Nutzungsvorgang (Einmalschlüssel, z. B. für einen Shop ohne Accountbindung) und einer verlässlichen Authentifizierung eines bereits identifizierten Nutzers für den wiederkehrenden Nutzungsvorgang (Generalschlüssel) zu unterscheiden.

Einmalschlüssel können nach einer Identifizierung über die eID-Funktion des neuen Personalausweises oder Gesichts- bzw. Ausweiskontrollen in einer Live-Webcam Session durch geschultes Personal vergeben werden. Ausweiskopien oder die Eingabe der Ausweisnummer reichen hier nicht aus, da nicht sichergestellt werden kann, dass auch wirklich der Besitzer des Ausweises ihn gerade nutzt. Der Zugang darf natürlich auch nur dieses eine Mal und nicht nochmals gewährt werden.

Mehrmaliger Zugang zu einem Angebot geschieht über die Erteilung eines Generalschlüssels. Bei der verlässlichen Altersprüfung für die Erteilung eines Generalschlüssels muss auch erstmal eine Angesichts-Kontrolle (z.B. PostIdent-Verfahren) erfolgen. Dies kann auch über vorgelagerte Prüfungen geschehen, was bedeutet, dass zum Beispiel Logindaten einer Bank oder behördlich ausgestellte Dokumente mit eID-Funktion genutzt werden, bei denen vor Ausgabe eine Identitätskontrolle (face-to-face) stattgefunden hat. Daher ist bei der Erteilung eines Generalschlüssels die Kontrolle mit der Live-Webcam-Session nur unter bestimmten Bedingungen möglich (Audio-Aufzeichnung, Screenshots mit Personalausweis, Übersendung einer TAN zur Bestätigung an angegebene Email/Mobilnummer). Für die Identifizierung zum Generalschlüssel müssen Geburtsdatum, vollständiger Name und aktuelle Wohnanschrift (laut Ausweis) vom Nutzer vorher übermittelt werden und bei der Identifizierung bestätigt werden. Alternativ kann nur das Geburtsdatum mit der gleichzeitigen Verknüpfung des Nutzerkontos mit eindeutigen Authentifizierungsmerkmalen (z. B. der Steam Mobile Authenticator) verknüpft werden. Nachträgliches Zusenden der Authentifizierungsmerkmale (Codes, Hardwareschlüssel/USB-Dongles) müssen über "Einschreiben eigenhändig" o. Ä. an den Identifizierten persönlich übergeben werden (persönliches Zugangspasswort und Hardwareschlüssel müssen wie bei EC-Karten getrennt verschickt werden).

Beim Einloggen in eine geschlossene Benutzergruppe ist jedes Mal ein Authentifizierung über den Generalschlüssel notwendig. Außerdem muss ein Zugriff auf Inhalte über ein persönliches Passwort gesichert werden. Es muss vom Anbieter verhindert – oder zumindest sehr erschwert – werden, dass derselbe Schlüssel von verschiedenen Personen (gleichzeitig) verwendet werden kann. Dazu können etwaige ausgegebene Unique-Identifier-Lösungen oder auch Risiken in der Sphäre des Nutzers durch die Datenweitergabe zum Einsatz kommen. Es müssen Daten sein, die bei Weitergabe erhebliche materielle oder immaterielle Nachteile erzeugen können (etwa Online-Banking Login-Daten). Ausschlaggebend für eine positive Bewertung des verwendeten Verfahrens durch die KJM ist hier die Maßgabe, dass dem Nutzer schwerer (materieller oder Image-)Schaden droht, wenn er jemanden anderes (sprich: Minderjährigen) das Einloggen mit seinen Daten ermöglicht.

Hardware- bzw. Unique-Identifier Lösungen:
  • biometrische Daten (Fingerabdruck, Iris-Scan)
  • aktive Hardwarekomponente (ID-Chip, SIM-Karte – auf jeden Fall muss direkt auf der Hardware die Schlüsseleingabe geprüft werden)
  • Passive Hardwarekomponente (kopierbare Daten z.B. auf DVD oder Speicherkarte müssen geeignet gegen Kopieren geschützt sein)
  • One-Time-Pin-Verfahren (Token-/TAN-Generator wie der Steam Mobile Authenticator, smsTAN)
  • Hardware-Schlüsselabfrage (Prozessor-ID – nur auf ein Endgerät beschränkt)

Risikolösungen:
  • Kosten-Risiko (Girokonto-Login-Daten falls genügend hohe Deckung vorhanden oder gültige Kreditkartendaten samt Prüfziffer)
  • Geheimnis-Risiko (digitaler Login zu Gesundheitsdaten)

Freigabe von AVS durch die KJM
Die KJM bestätigt nun einem Anbieter von jugendschutzrelevanten Inhalten und Waren, ob das eingesetzte technische Verfahren zur Altersprüfung im Internet und Versandhandel ausreicht, um die Vorgaben aus dem JMStV zu erfüllen. Sowohl Gesamtkonzepte für beide Module (s.o.) oder Teillösungen für Identifizierung bzw. Authentifizierung werden von der KJM geprüft und freigegeben. Ist ein Konzept bereits positiv bewertet worden, können auch andere Anbieter ohne weitere Prüfung dieses System nutzen, solange sie die Implementierung in ihr Shop-System ebenso gestalten (dies wird auch durch Jugendschutz.net sporadisch überprüft). Dabei können die Anbieter auch Teillösungen für die Module kombinieren.
Vorstellung for UNCUT! und VDVC
for UNCUT!
Zum Abschluss dieses Guides möchte ich jeden, der bis hierhin durchgehalten hat, herzlich dazu einladen, der „for UNCUT!“-Steam-Community beizutreten und uns deutsche PC-Gamern so zu unterstützen.

Diese Gruppe möchte Valve, den Betreiber von Steam, dazu animieren, einen verbindlichen, rechtlich einwandfreien und zudem sicheren Altersnachweis für volljährige, deutsche Steam-Nutzer einzuführen. Ziel dieses Altersnachweises soll sein, dass Personen, die diesen Altersnachweis durchgeführt und ihre Volljährigkeit bewiesen haben, Zugriff auf sämtliche Spiele erhalten, die sonst entweder gar nicht oder nur geschnitten/gewaltgemindert über den Steam-Store erhältlich wären. Außerdem ist das Ziel, unnötige Geolocks abzubauen.

Je größer diese Gruppe wird, desto besser stehen die Chancen, dass wir gemeinsam Erfolg haben!

VDVC
Der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) vertritt die Interessen von deutschen Spielern seit 2009. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos und stärkt unsere Interessensvertretung. Zu den Tätigkeitsbereichen zählen u.a.:
  • Verbraucher- und Datenschutz
  • Medienbildung und Aufklärung
  • Förderung der Gameskultur und des Verständnisses über digitale Spiele
  • jährliche Zensurstatistiken
  • Einsatz gegen Zensur und Indizierung
VDVC – Über uns[vdvc.de]
Quellenverzeichnis
Text-Quellen:
Böhm, Markus, 2015: Jugendschutz: Reddit sperrt Forum für Todesvideos - ausschließlich für deutsche Nutzer[www.spiegel.de]
for UNCUT!, 2013: Umfrageergebnisse zum Thema „Altersverifikation für deutsche Steam-Nutzer“[foruncut.com]
GameStar Redaktion, 2016: Symbolzensur in Deutschland - Geolock – muss das sein?[www.gamestar.de] (Interview mit Rechtsanwalt Sebastian Schwiddessen nach Geolock von Hearts of Iron IV von Publisher Paradox Interactive)
Hilgert, Felix, 2016: Jugendschutz bei Let’s Play Videos[www.cr-online.de]
Liesching, Marc, 2010: Hakenkreuze in Film, Fernsehen und Computerspielen[www.bundespruefstelle.de]
McFerran, Damien, 2015: Exclusive: eShop Publishers Are Dropping Releases In Germany Due To Low Sales And Cost Of USK Rating[www.nintendolife.com]
Scheyhing, Michael, 2016: {LINK REMOVED}
Schwiddessen, Sebastian, 2015: Hakenkreuze und verlassungswidrige Kennzeichen in Computerspielen[www.jurion.de] (Volltext nicht online verfügbar)
Schwiddessen, Sebastian, 2015: Listenumtragung eines indizierten Mediums[www.jms-report.nomos.de]
Square Enix Deutschland, 2015: Sleeping Dogs - Geolock wird nicht aufgehoben[www.gamestar.de] (Statement bzgl. des weiterhin bestehenden Geolocks von Sleeping Dogs: Definitive Edition nach Listenumtragung auf Teil A auf Nachfrage von Gamestar)
Trips-Hebert, Roman, 2014: Das strafbare Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen[www.bundestag.de]
Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler, 2016: Den Zoll gefragt[vdvc.de]
ZeniMax Media Inc, 2014: Wolfenstein: The New Order und Wolfenstein: The Old Blood[de.bethblog.com] (Statement zum Geolock der Wolfenstein-Teile)

USK: FAQs für Publisher[www.usk.de]
USK: Grundsätze der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)[www.usk.de]
USK: Kostenordnung- Leistungen und Prüfgebühren der USK[www.usk.de]
USK: Leitkriterien der USK für die jugendschutzrechtliche Bewertung von Computer- und Videospielen[www.usk.de]
USK: Prüfantrag[www.usk.de]
USK: Statistik Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle [www.usk.de]
USK: USK - Kennzeichen auf Datenträgern und deren Verpackungsformen[www.usk.de]
USK: Wie Alterskennzeichen bei der USK entstehen[www.usk.de]
BPjM: Verordnung über die Erhebung von Gebühren durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien[www.bundespruefstelle.de]
BPjM: Verrohend wirkende Medien[www.bundespruefstelle.de]
KJM: Fragen und Antworten[www.kjm-online.de]
KJM: FAQ „Anerkannte Jugendschutzprogramme“ für Inhalteanbieter[www.kjm-online.de]
KJM: Kriterien zur Bewertung von Konzepten für Altersverifikationssysteme als Elemente zur Sicherstellung geschlossener Benutzergruppen in Telemedien nach § 4 Abs. 2 S. 2 JMStV[www.kjm-online.de]

Web-Auftritte:
USK[www.usk.de], BPjM[www.bundespruefstelle.de], SPIO/FSK[www.spio-fsk.de], FSF[fsf.de], BIU[www.biu-online.de], KJM[www.kjm-online.de], jugendschutz.net/

ESRB[www.esrb.org], PEGI[www.pegi.info], ACB[www.classification.gov.au], CERO[www.cero.gr.jp], IARC[www.globalratings.com]

for UNCUT!
medienzensur.de/
schnittberichte.com/
vdvc.de/
indizierung-abschaffen.de/

Gesetze und Verträge:
Grundgesetz[dejure.org]
Jugendmedienschutz-Staatsvertrag[www.artikel5.de]
Jugendschutzgesetz[dejure.org]
Strafgesetz[dejure.org]
STEAM® SUBSCRIBER AGREEMENT

Interessante Videos:
Gamestar: Frisch gestrichen (Reihe, die vor Kurzem vom Index entfernte Spiele vor den Erläuterungen in den Indizierungsbeschlüssen diskutiert und bewertet)
Gamestar: Ist das erlaubt #8 - Indiziert & Beschlagnahmt (Fragen an einen Rechtsanwalt zur Notwendigkeit von Geolocks (Empfehlung: komplett sperren))
Rocketbeans: Press Select | Gespräch mit Felix Falk, Geschäftsführer der USK (ausführlicher Dialog über die Arbeit der USK)
ZDF: Killerspiele: Der Streit beginnt[www.zdf.de] (dreiteilige Reihe, die die sogenannte Killerspiel-Debatte aufarbeitet)
Danksagung & Credits
Bedanken möchte ich mich bei jedem, der sich durch diesen Guide gekämpft hat, diesen bewertet und konstruktive Verbesserungsvorschläge oder Kommentare hinterlässt. Auch bedanke ich mich bei jedem, der der oben genannten Community-Gruppe „for UNCUT!“ beitritt und so hilft, mehr Aufmerksamkeit auf unser Problem zu richten.

Mein besonderer Dank geht an meine Co-Autoren sowie Malcolm, der sich um die Bereitstellung der englischen Version dieses Guides gekümmert hat. Huzza!

Credits
An dieser Stelle listen wir sowohl die Autoren, die aktiv an der Bearbeitung und Fertigstellung des Guides mitgewirkt haben, als auch alle anderen beteiligten Personen, die uns aktiv dabei unterstützt haben, in alphabetischer Reihenfolge auf.

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Ersteller, Autor, Recherche, Übersetzung EN
Rigolax
Autor, Recherche
sanmay
Autor, Recherche
striker
Autor, Recherche, Übersetzung EN
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Fluffybunny :3
Hauptübersetzung EN
Rechtliches
Haftungsausschluss
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48 Comments
[B!TCH] ^ ^2👌 DarkMadness Nov 9, 2017 @ 9:42am 
Der Jugendschutz in Deutschland soll unter anderem sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres mit für sie ungeeigneten Medien üblicherweise nicht in Berührung kommen.

bester satz in bezug auf spiele
Dr. Prof. Mänix Sep 26, 2017 @ 8:17am 
War bestimmt viel Arbeit.:hexhappy:
addicT*  [author] Sep 14, 2017 @ 6:14am 
Mit dieser Einstellung ändert sich mit Sicherheit nichts.

Ach, was meinst Du, warum Dying Light keine Aktivierungssperre mehr für Deutschland hat? Richtig, wegen for UNCUT! ;)
[end]derdimi Sep 14, 2017 @ 6:11am 
Prototype ist in Deutschland ebenfalls nicht erhältlich - Prototype 2 schon, aber nur geschnitten.
Sgt.Horror Sep 14, 2017 @ 5:47am 
Ich finde das dumm und übertrieben.
Das man Spiele derart verschandeln muss..

Zb. Dying Light - ist in Deutschland NICHT erhältlich. Aber so etwas wie Prototype schon?
Wo liegt da der Unterschied.

Ähm ich weiss uch nicht wozu die Gruppe oder so, gut sein soll^^..?

Oder was das helfen soll..

Ändern können wir daran eh nichts, außer umziehen.

Ob ich das nun weiss oder nur teilweise weiss^^.. ändert für mich nichts.

Wenn ihr euch die Arbeit unbedingt machen wollt, okay.

-Ehrliche Meinung
NLHTeddyNLH Aug 29, 2017 @ 12:57am 
Danke für Informationen
NASCAR Feb 15, 2017 @ 12:40pm 
Sehr gut und ausführlich ausgearbeitet
Danke für so viel Informationen
evaluer Nov 22, 2016 @ 12:04pm 
Schön zusammengefasst :approve: schön, dass sich mal jemand die mühe gemacht hat und den Leuten die Hintergründe ersichtlich macht. Sogar der Geolock ist beschrieben ;) Allgemein ist, soweit ich das überflogen habe, so ziemlich alles relevante aufgeführt.
Rigolax  [author] Aug 20, 2016 @ 3:04pm 
Noch ein paar Sachen ergänzt, verbessert etc. Das Kapitel zu „Verbote“ (oberhalb von „Exkurs: Let's Plays und der Index“) komplett überarbeitet und umbenannt in Anbetracht der jüngsten Kennzeichnungsverweigerungen aufgrund von sexuellen Inhalten, die ggf. strafrechtlich relevant sein könnten.

In Zukunft wäre noch ein Kapitel „Problematik bestimmter Sexualdarstellungen“ sinnig. Hier ist es aber strategisch klug, erst mal die Entscheidungen der BPjM bzgl. Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive abzuwarten (Liste A oder B? Indizierungsablehnung?). Ein relativ neuer Trend.
unepicx Aug 7, 2016 @ 5:00am 
Daumen Hoch für den Guide :diplomacy: !