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Posted: Jun 22, 2015 @ 3:46am
Updated: Jan 16, 2017 @ 11:32am

Batman: Arkham City ist der zweite Teil von Rocksteadys Arkham-Trilogie (Asylum (Review), City und das bald erscheinende Knight). Das Gameplay ist weitestgehend identisch zum Vorgänger, weshalb ich hier an dieser Stelle für einen umfassenderen Überblick darüber auf mein Review zu Arkham Asylum verweisen möchte.

Das Freeflow-Kampfsystem ist natürlich wieder mit an Bord und funktioniert genauso gut und präziese wie im Vorgänger. Ebenso sind sämtliche Schleichelemente genauso vorhanden und bei den verwendbaren Batman-Gadgets gibt es sogar etwas mehr Auswahl. Auch Story und Präsentation halten das hohe Niveau. Es sind sogar noch mehr Charaktere aus dem Batman-Universum mit Rollen vertreten. Der Artstyle ist immernoch unglaublich passend, die Vertonung spitze und die Atmosphäre generell super eingefangen.

Als wohl größte Neuerung hat man als Batman (oder Catwoman) mit Arkham City nun einen ganzen Stadtteil um sich auszutoben... und genau damit beginnt eigentlich das "Drama". Arkham City ist im Gegensatz zu Arkham Asylum ein OpenWorld-Spiel. Naja, oder eine Light-Variante von selbigen. Rocksteady hat es nämlich leider nicht geschafft, diese OpenWorld auch mit Inhalten oder Leben zu füllen, sondern nutzt es einzig, um die Zeit zu strecken, die man benötigt, um in einer Aufgabe voran zu schreiten. Egal was ihr beim anfangs durchaus sehr unterhaltsamen mittels Greifhaken über die Stadt schwingen seht: in 95% der Fälle müsst ihr es vermöbeln, in den restlichen 5% müsst ihr es davor retten, vermöbelt zu werden.
Die Nebenquests laufen bis auf weniger Ausnahmen im Kern immer sehr ähnlich ab und werden vom dunklen Ritter oft nur mit einen aklimatischen Einzeiler, der öft nicht mal inhaltlich zu den vorerst letzten Worten des gerade verhörten Gangsters passt, quittiert. Ansonsten ist in Arkham City schlicht nichts. Garnichts. Kaum betretbare Gebaude - und die, die man betreten kann, sind oft erst zuganglich, sobald man sie für eine Aufgabe benötigt, keine Zivilisten (wird storytechnisch erklärt, macht es aber nicht besser), keine Autos (siehe Zivilisten), keinerlei andere Aktivitäten - garnichts. Oh, doch, man kann natürlich noch, wie schon in Asylum, Riddler-Statuen einsammeln. Nur hielt ich diese Sammelobjekte schon damals für aufgesetzt und wenig motivierend. Hier sind sie zumindest mitunter deutlich schwerer zu ergattern, was bei dem ein oder anderen Spieler den Ehrgeiz wecken könnte. Bei mir war das leider nicht der Fall.

Insgesamt hat Rocksteady hier meiner Meinung nach OpenWorld abgeliefert, wie man es eben gerade nicht machen soll. Das Spiel kratzt nichtmal an den Möglichkeiten, die einen eine offene Welt bieten würde, kommt aber mit all ihren Nachteilen. Insbesondere das vor und zurück quer durch die halbe Stadt schwingen um zum nächsten Questziel zu kommen, ändert seine anfängliche Faszination nach einigen Spielstunden zu "absolut nervig". In diesem Punkt gefiel mir das kompaktere Arkham Asylum deutlich besser - auch weil die Story dort kontinuierlicher erzählt wurde.

Dazu kommen die (wenigen) alten Schwächen des Vorgangers auch hier wieder zum Tragen: der Detektivmodus ist immernoch zu wichtig, folglich zu allgegenwertig und nimmt dem Spiel so deutlich Atmosphäre. Die technische Seite hat sich seit Asylum auch nur minimal verbesssert und somit sieht das Spiel noch gut aus - mehr aber halt auch nicht.

Auf der Seite der Verbesserungen haben wir neben der etwas höheren Spielzeit (die aber vermutlich vorwiegend durch das ausufernde hin- und hergehangel über Arkham City zustande kommt) vor allem die Catwoman-Abschnitte, die ins Spiel eingestreut sind. Die machen nicht nur wegen der herrlich spöttischen Kommentare der Protagonistin Spaß, sondern spielen sich auch ein wenig anders und schaffen so gern gesehene Abwechslung.

Arkham City nimmt alles, was den Vorgänger ausgemacht hat und legt teilweise noch eine Schippe drauf. Nur ausgerechnet bei der einzigen wirklichen Neuerung, dem OpenWorld-Design, hat der Entwickler meiner Meinung nach ziemlich daneben geggriffen. Ich finde, selbst Arkham Origins (Review) bekommt das noch etwas besser hin. Trotzdem wird man hier dank der tollen Story letztlich genauso gut unterhalten wie im hervorragenden Arkham Asylum und deshalb gibt es auch hier eine klare Kaufempfehlung für alle Fans von Action-Adventures und/oder DC/Batman-Comics. Der Vorgänger bleibt aber dennoch für mich das bessere Spiel.
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