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Posted: Mar 21, 2020 @ 12:33am
Updated: Mar 21, 2020 @ 1:39am

NEXT Studios hat mit Unheard Anfang 2019 einen interessanten Detective-Puzzler released, der grafisch sehr spartanisch daherkommt, aber aufgrund des Spielprinzips auch keine grafischen Highlights nötig hat.

Bewertung

+ Innovatives Gameplay
+ Solide Story
+/- Grafik eher spartanisch
- Sehr kurze Spielzeit

Handlung + Gameplay

Aufgrund der Kürze der Story möchte ich an dieser Stelle nicht all zu viel davon verraten. Es heißt zwar „In der Kürze liegt die Würze“ aber hier hätte man durchaus mehr Fälle einbauen können, um die Story ein wenig zu strecken. Das Potential dafür wäre dagewesen.
Ein revolutionäres Gerät wird mit deiner Hilfe als Testperson erprobt – ein Interface, das es dir ermöglicht, sämtliche akustischen Gegebenheiten eines Tatortes noch einmal zu erleben und gezielt nachzuforschen. Wirst du den Test bestehen? Oder beginnst du früher oder später Stimmen zu hören, die eigentlich nicht da sind?
Das grafische Gameplay ist, wie bereits erwähnt, eher spartanisch gehalten. Du siehst die Blaupause eines Tatortes vor dir. Anwesende Personen werden durch Markierungen hervorgehoben (sofern du sie hören kannst) und deine Aufgabe ist es, den anwesenden Personen ihren Namen zuzuordnen als auch Fragen zum Verbrechen zuzuordnen. Wer hat die Drogen verkauft? Wer ist der ursprüngliche Drahtzieher hinter der Verschwörung? Nur anhand der Konversationen von Anwesenden musst du Schlüsse ziehen und den / die korrekten Täter überführen. Am unteren Bildrand befindet sich die Audiospur, die du in Ruhe durchhören kannst, während du dich per Mausklick frei auf der Blaupause bewegen kannst. Aber beachte: Du kannst nur Dinge hören, wenn du dich im gleichen Raum wie die Quelle des Geräuschs befindest. Jede Person am Tatort führt eigene Gespräche, die sich teilweise gegenseitig überlappen. Somit sollte man von der Möglichkeit Gebrauch machen, gezielt zu Parts der Aufnahme zu springen oder Kommentare einzutragen, um dir selbst Hinweise zu hinterlassen, dass du bspw. bestimmte Parts aus einer anderen Perspektive noch einmal hören solltest. Insgesamt ist das Gameplay grundsolide, aber es reißt mich leider auch nicht vom Hocker. Die Fälle sind gut durchdacht, ein Turnover in der Haupthandlung gegen Ende ist auch sehr hübsch verbaut, aber es wäre noch wesentlich mehr Platz für mehr gewesen. Vielleicht dachte man sich, dass damit der Spielspaß nur künstlich in die Länge gezogen wird. Bei den mehreren verschiedenen End-Möglichkeiten des Hauptstrangs ist auch durchaus ein mehrmaliges Durchspielen für Achievement-Hunter angesagt, aber da man die Fälle ja bereits kennt, ist das nur eine Fleißaufgabe.

Grafik + Sound

Wie bereits erwähnt, ist Unheard keine grafische Augenweide. Die Darstellung erfüllt ihren Zweck, sowohl in den einzelnen Missionen als auch in den (recht kurzen) Zwischensequenzen. Aber das war es auch schon. Die Blaupausen sind allerdings sehr Detailreich angelegt, hier wurde auf vieles geachtet, damit der Spieler auch wirklich einen Eindruck vom Tatort bekommen kann und sich nicht wie in einem Grundriss eines Fertighauses fühlt. Ich persönlich werte die Grafik bei Unheard auch gar nicht so hoch, da das Spielprinzip klar auf Audio-Reize ausgelegt ist, ähnlich wie A Blind Legend. Ich habe mich tatsächlich manchmal dabei ertappt, dass ich gar nicht auf den Bildschirm geschaut habe, sondern gedankenverloren irgendwo in den Raum, während ich mich komplett auf das Geschehen in den Kopfhörern fokussiert hatte.
Der Sound ist aber nicht „überschwänglich“, er beschränkt sich auf das wesentliche, dass du als Acoustic-Detective hören musst. Stimmen, Soundeffekte, alles glasklar und teilweise mit einem schönen, zur Situation passenden Akzent hinterlegt. Hier sei als Beispiel der Maestro des zweiten Falles genannt, der mit einem leichten französischen Touch daherkommt. Ein kleiner Nachteil ist allerdings, dass das Game nur in Englisch und Chinesisch gespielt werden kann, auch der erste DLC „Dark Fortune Teller“, der Anfang 2020 released wurde, ist bisher nur in Chinesisch erhältlich.

Fazit

Unheard ist ein interessantes Spiel, durchdacht und solide, aber zu mehr als einem „angenehmen Zeitvertreib für 3-4 Stunden“ reicht es leider nicht. Potential wäre dagewesen, ich kann mir auch gut vorstellen, dass es auf mittelfristige Sicht gesehen, noch weitere DLCs mit weiteren Fällen geben wird. Nichtsdestotrotz kann ich das Spiel durchaus empfehlen, bei einem Preis von derzeit rund 5 Euro macht man nichts verkehrt und hat einen angenehmen Zeitvertreib für ein paar Stunden.

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1 Comments
yava Mar 21, 2020 @ 1:43am 
Sehr gut und informativ geschrieben☺️ da kriegt man ja sogar Lust auf ein neues Spiel