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Posted: Nov 2, 2019 @ 1:31am
Updated: Feb 22, 2020 @ 7:40am

Green Hell – Auf dich selbst gestellt, im südamerikanischen Urwald verloren – Wird die Grüne Hölle dich verschlingen? Oder findest du einen Ausweg?

Bewertung

+ Grafisch ein Augenschmaus
+ Sehr gut eingefangene Atmosphäre
+ „Richtiges“ Survival
+ Immersive Soundkulisse


Handlung + Gameplay

Du bist Dr. Higgins. Ein Anthropologe, der gemeinsam mit seiner Partnerin frisch im Südamerikanischen Regenwald angekommen ist, um Pflanzen zu katalogisieren. Deine bessere Hälfte möchte in Kontakt mit einem isoliert lebenden Eingeborenenstamm treten, auch wenn dir das ein wenig Bauchschmerzen bereitet. Ihr seid bereits über einen Monat in der Wildnis, als sich eines Nachts die Ereignisse plötzlich überschlagen – und du dich allein, ohne Ausrüstung und völlig erschöpft, an einem kleinen Tümpel mitten im Urwald wiederfindest. Du weißt nicht wo du bist. Du weißt nicht, was mit deiner Partnerin passiert ist. Die Grüne Hölle, die dich umfängt, ist bedrohlich und jeder unbedachte Schritt kann deinen Tod bedeuten. Aber du musst sie finden. Du musst einfach.

Und da sind wir dann also. Mitten im Dschungel, und ich muss sagen: die ersten paar Minuten nach dem Tutorial beschlich mich ein leichtes Gefühl der Panik. Ich fühlte mich quasi instant-lost. Da hat das Spiel also schonmal alles richtig gemacht. Nach einer kurzen Prüfung des Rucksacks, der natürlich wirklich leer ist, und einem kontrollierenden Blick über deine Extremitäten geht es dann auch schon los mit dem Sammeln von Materialien. Ich versuche instinktiv das, was aus diversen Filmen, Büchern und anderen Survivalgames hängengeblieben ist: Steine und Äste sammeln und primitive Werkzeuge basteln. Aber bleiben wir kurz bei einem Feature, was mich wirklich positiv überrascht hat: Das „Inspizieren“. Du hast die Möglichkeit, deine Arme und Beine auf, sagen wir mal allgemein gefasst „Vorkommnisse“ zu überprüfen. Und zwar aus der Egoperspektive. Das Ganze paart sich mit dem Begriff des „richtigen Survivals“, den ich bereits in der Bewertung verwendet habe. Watet man bspw. Durch einen kleinen Bachlauf, kann es vorkommen, dass sich Blutegel an die nackten Beine heften. Dies beeinträchtigt deine Stats, daher sollten diese schleunigst entfernt werden. Dazu muss man sie aber erstmal sehen. Also: Beine untersuchen und Blutegel abziehen. Finde ich persönlich ein sehr schönes Feature, dass das Gesamtfeeling einfach nochmal sehr gut unterstreiche. Ebenso verhält es sich mit zig anderen Wehwehchen: Würmer, Parasiten, Ausschlag, Schürfwunden, etc. etc. All das kann zwangsläufig in der Wildnis geschehen – und sollte entsprechend behandelt werden. Sonst gesellt man sich schneller als man denkt zum abgestorbenen Blattwerk, das den Boden bedeckt.
Schnell merke ich auch, dass eigentlich nicht die Werkzeuge das wichtige sind, sondern viel profanere Dinge: Nahrung, Schlaf und vor allem: Wasser. Und es ist gar nicht so einfach, sich das zu beschaffen. Aus ‚nem Bachlauf trinken? Hallo Darmparasit. „Oh, da wachsen Pilze, und ich hab so einen Hunger!“ *knurps* „Wow, diese Farben… der Pilz war nicht gu… *würg*“. Das Ganze ist also recht nah an der Realität gebaut, und ich kann nur sagen: Endlich mal! Ein richtiges Survival-Spiel, bei dem es nicht nur heißt auf einem fremden Planeten zu überleben und sich gegen Ausserirdische oder Zombies zu wehren, sondern: man muss wirklich schlicht und einfach „überleben“. Und idealerweise irgendwie aus der Grünen Hölle entkommen.
Für die ganz harten unter euch: Auch ein Permadeath-Feature ist implementiert, wenn man also die volle Schwierigkeit möchte (und Frustresistent ist), kann man dies gerne zuschalten.

Die Steuerung ist relativ intuitiv, die Standard-Tastenbelegung passt recht gut, alles ist, wenn man sich einmal dran gewöhnt und verinnerlicht hat, welche Aktion wo sitzt, schnell zu erreichen. Das Inventar, in Form eines Rucksacks, wirkt aufgeräumt und nach den verschiedenen Übergruppen wie Material, Nahrung, Werkzeuge/Waffen sortiert. Wie zu erwarten kann man auch nur ein bestimmtes Gesamtgewicht mit sich herumtragen. Das Inventar ist grafisch abgebildet in Form des Rucksacks, was haben wir noch? Ein Aktions-Rad um auf die restlichen Funktionen wie Karte (die man erstmal finden muss), Notizbuch (in welchem Informationen zu Krankheiten, Pflanzen, Baubaren Gegenständen und einigem mehr niedergeschrieben werden) und Craftingmenü aufzurufen. Zu guter Letzt haben wir noch eine Uhr am Handgelenk, mit der wir, man mag es kaum erwarten, die Uhrzeit ablesen können. Aber sie hat noch weitere Features, wie bspw. ein integriertes GPS und eine Anzeige des aktuellen Nahrungsbedarfs. Das war es auch schon, wer jetzt sagt „Woa, das ist aber ganz schön viel“ dem kann ich nur entgegnen: Nope. Ist es nicht. Das HUD ist eher spartanisch gehalten, die Informationen die man benötigt hübsch passend verpackt, ohne den Gesamteindruck zu überladen. Alles in allem fügen sich die Funktionen zu einem angenehm runden, realitätsnahen Survivalerlebnis zusammen.

Grafik + Sound

Die Grafik ist einfach nur wunderschön. Tagsüber farbenfroh, nachts düster und bedrohlich. Alles scheint am richtigen Platz zu sein, mir ist bisher noch kein „Nee, also das gehört da aber nicht hin“ oder „Der Stein da hebt sich stark vom Untergrund ab, den kann man bestimmt mitnehmen“ untergekommen. Pflanzen, Tiere, Wasseranimation, alles sehr detailreich und immersiv gehalten. Nichts wirkt überladen, die Balance zwischen dem Gefühl völlig allein am Hintern der Welt zu sein und der ständig präsenten Gefahr durch Kleingetier das sich durchs Unterholz wühlt ist sehr gut getroffen. Untermalt wird das ganze von einer nahezu perfekt abgestimmten Soundkulisse. Wenn der Regen auf das dichte Buschwerk prasselt oder du die Klapperschlange wirklich hauptsächlich an ihrem Rasseln erkennst, da der Körper beinahe perfekt getarnt ist, Wenn ein Bachlauf plätschert und du plötzlich Schritte von etwas hörst, du aber nur die ungefähre Richtung feststellen kannst, weil du vor lauter Blättern den Boden darunter kaum sehen kannst… und das ganze am besten auch noch nachts, spärlich vom Mondlicht beschienen, die Schatten des Urwalds spielen dir Streiche… dann ist das leichte Gefühl der Panik wieder da.

Fazit

Green Hell ist endlich mal tatsächlich ein Survivalspiel. Ohne viel Gemetzel von Zombies oder bösen Kannibalen, sondern mit dem Hauptfokus auf das, was ein Survivalspiel eigentlich ausmachen sollte: Überleben. Das Spiel zieht in seinen Bann und man vergisst die Zeit dabei – Ganz klare Empfehlung.

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9 Comments
DasGerd Nov 19, 2019 @ 3:53am 
Sprach derjenige, der ne 11 Stunden Review rausgehauen hat... ich denke nicht, dass wir hier persönlich angreifebd werden müssen, ich habe nie behauptet "der meisterreviewwriter" zu sein, aber es spricht absolut für dich, dass du die Review anscheid erst nach deinem ersten kommentar auch vollständig gelesen hast.
Wenn ich etwas über das Endgame geschrieben hätte, ist deine Aussage natürlich vollkommen korrekt. Habe ich aber nicht.
Und nun nimm dir deinen roten Hering und stell dich wieder auf die Brücke.
Krauser Nov 19, 2019 @ 2:23am 
Hör einfach auf Reviews zu schreiben, wenn du anscheinend zu dumm oder zu egozentrisch bist um das zu verstehen. In 2.5 Stunden kann man nicht mal annähernd sagen ob das Spiel gut oder schlecht ist. Woher willst du, der das Spiel weniger als 3 Stunden gespielt hat sagen, wie zum Beispiel das Endgame ist? Aber ich bin mir sicher, dass du ganz gut beurteilen kannst wie toll der Ladebildschirm und das Menü aussieht.

Ich hab vorhin deinen Scheiß durchgelesen. Weißt du überhaupt was du da schreibst? Du bewertest ein Spiel nach Grafik, Steuerung, und Sound, von Gameplay kannst du nicht mal reden, da du wie gesagt in 2.5 Stunden nicht annähernd die Hälfte gesehen hast, aber du bist der Meisterreviewwriter.
DasGerd Nov 18, 2019 @ 9:55pm 
Ob ich ein Spiel 400 Stunden oder 10 spiele ändert weder etwas an bspw. Der grafischen Darstellung, die wird sich nicht nach 50 stunden plötzlich verbessern oder verschlechtern. Es ändert auch nichts am Feeling, welches für mich im spiel entsteht. Es ändert auch nichts am gameplay, denn bspw. Die steuerung sollte auch in der regel durch das gesamte spiel hinweg gleich bleiben. Am Sound ändert sich auch nichts, es sei denn einem gehen die Headphones kaputt. Daher kann ich euer Problem nicht ganz nachvollziehen.
karvason Nov 18, 2019 @ 9:50pm 
2,5 Std in nem survival crafting Game heißt: einmal kurz reingeschaut!
DasGerd Nov 18, 2019 @ 8:10pm 
Ach so, ich muss ein Spiel komplett durchgespielt haben, bis ich mir eine Meinung dazu machen darf? Tut mir leid, das war mir so nicht bewusst.
Krauser Nov 18, 2019 @ 1:03pm 
Jetzt no hate aber warum sollte man auf eine Review hören die 2.5 Stunden hat? Ich bezweifle, dass man auch nur annähernd die Hälfte in 2.5 Stunden gesehen hat, und wenn doch dann lohnt sich das Spiel erst recht nicht. Wer kauft ein Spiel wo man nach nicht ganz 3 Stunden so ziemlich alles gesehen hat
DasGerd Nov 2, 2019 @ 10:15am 
Vielen Dank :dewey:
PlexiLP Nov 2, 2019 @ 10:13am 
Liest sich super, und hört sich echt interessant an, ich glaube das Game schau ich mir mal genauer an.
Laramonster Nov 2, 2019 @ 8:01am 
Wie immer fesselnd geschrieben, danke für deine Arbeit!:heart: