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Posted: Aug 31, 2019 @ 2:33am
Updated: Feb 22, 2020 @ 7:41am

Rise up, Dead Man! Hunt: Showdown – Ein taktischer Horror-Bounty-Shooter aus dem Hause Crytek, der neue Wege geht.

Bewertung

+ Gelungene Atmosphäre
+ Vereint verschiedene „Genres“
+ Herausfordernd!
+ / - Nichts für „Durchrusher“


Handlung + Gameplay

Die Sümpfe Louisianas. Feucht, Heiß und nicht grade Lebensfreundlich. Genau wie ihre Bewohner. In Hunt: Showdown wimmelt es dort vor Zombies. Und mitten drin sitzt ein Boss. Lauernd auf leichte Beute… Unachtsame Frischlinge, die ungestüm durchs Unterholz trampeln… auf Beute wie dich!

Ja, ihr habt richtig gelesen, Hunt ist kein Shooter für Spieler die in Doom-Manier durch die Pixellandschaften hüpfen wollen. Hunt ist viel mehr. Und vor allem: Anders. Es kombiniert viele verschiedene Aspekte aus unterschiedlichen Genres. Da gibt es einmal den Horror-Aspekt: Das Gebiet ist bevölkert von Zombies. „Alter Hut“ werden manche jetzt denken, aber die Menge an ehemaligen Farmbewohnern ist genau richtig getroffen. Nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige, so dass es nicht zu einfach wird. Denn unser wahrer Feind sind nicht die hirntoten Sumpfbewohner, sondern: Andere Jäger! Was uns zum Arena-Aspekt führt: Unter anderem PUBG-Spieler kennen es: Hineingeworfen in ein Gebiet mit zig anderen Spielern und versuchen zu überleben. Aber Hunt macht es ein wenig anders – maximal 12 Spieler in einer Runde. Aber man braucht keine Angst haben, dass es einsam wird, das Spielfeld ist nicht so groß, dass man sich darin verläuft und die KI ist ja auch noch da. Daher würde ich es eher als „Arenchen“ bezeichnen. Das Schöne an diesem Arenchen ist, dass ihr nicht wisst, wie viele andere noch da draußen sind. Und es kann euch eigentlich auch egal sein (zumindest solange bis euch jemand einen Revolver an das rechte Nasenloch hält), denn euer Hauptziel ist es, den Boss der jeweiligen Karte zurück in seine Dimension zu verbannen und die von ihm erbeutete Trophäe zum Extraktionspunkt zu schaffen. Hallo Taktik-Aspekt: Jeder der (leider nur) drei Map-Bosse hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ihr müsst euch also den Gegebenheiten anpassen, was leichter gesagt als getan ist, da ihr nur begrenzt Ausrüstung mit euch führen könnt. Aber ihr findet auch während eurer Mission einiges nützliches. Bärenfallen, die ihr aufstellen könnt um KI oder Jäger hinein zu locken, Öllampen, die ihr als Molotov-Cocktail verwenden könnt und einiges mehr. Dann hätten wir den Stealth-Aspekt. Während wir durch das sumpfige Brachland schleichen, langsam ein Holzgatter aufschieben und dann plötzlich fast rücklings vom Stuhl fallen, weil Krähen laut kreischend davonfliegen, die vorher noch still und leise auf dem Zaun gesessen haben! Hektisch geht der Blick nach links und rechts: Hat uns einer der Mitspieler gehört? Oder gar gesehen? Jede unbedachte Aktion kann den eigenen Tod verursachen. Und dieser Tod ist endgültig. Denn wenn euer Hunter über den Jordan befördert wird, dann verliert ihr nicht nur das Inventar und eventuell erbeutete Gegenstände… Nein, euer Jäger ist tot. Weg. Hinüber. Ihr müsst euch einen neuen Jäger anheuern, der wieder bei Null startet. Daher kann es manchmal ratsam sein, das Spiel ohne Trophäe abzuschließen, sondern „nur“ auszuharren, um seinen liebgewonnenen Jägersmann/-frau nicht zu verlieren. Aber ihr könnt beruhigt sein, neben den XP, die euer jeweiliger Jäger verdient, gibt es auch noch XP für die sogenannte „Blutlinie“. Die Blutlinien-XP bleiben euch erhalten und können zum Beispiel zum Freischalten von Waffen verwendet werden. Solltet ihr Duo oder Trio spielen, haben eure Kameraden sogar die Möglichkeit euch wiederzubeleben.

Kurz zusammengefasst: Auftrag annehmen, Hinweise auf den Boss suchen, Boss töten und Trophäe einsacken, Flucht ergreifen. Dabei idealerweise nicht von anderen über den Haufen ballern lassen.

Die Mischung dieser verschiedenen Spielstile führt dazu, dass es sich sehr herausfordernd spielt. Ein falscher Schritt und die letzten Tage hochleveln des Hunters waren für die Füße. Man sollte also durchaus ein Fable dafür haben, nicht gleich aufzugeben, wenn man ein paar Mal gestorben ist, sondern daran wachsen und versuchen die verschiedenen Aspekte unter einen Hut zu bekommen.

An dieser Stelle möchte ich noch kurz auf den Ingame-Shop eingehen. Und bevor jetzt „Pay to win!“ gerufen wird: Nö. Ja, es gibt einen Ingame-Shop, aber nein, es ist kein Pay2Win. Durch „Blutmarken“, die auch im Spiel selbst erspielt werden können, lassen sich kosmetische Items kaufen. Beispielsweise Jäger- oder Waffenskins. Es ändert sich somit nur das Erscheinungsbild, und ihr müsst zugeben, es hat etwas seine Gegenspieler als alter, bärtiger Prediger umzunieten.

Grafik + Sound

Kommen wir nun zum technischen Part. Die Grafik ist grundsolide und realistisch. Lediglich die Spiegelung der Waffe im Sumpfwasser empfand ich als ein wenig merkwürdig, aber da bin ich mir nicht sicher ob das eventuell an meinen Grafiksettings lag. Ein kleines Gadget fand ich persönlich sehr angenehm: Im Bereich der Grafiksettings gibt es direkt eine Anzeige der Auslastung des Grafikspeichers. So lässt sich ohne Umschweife beim Umstellen der Settings die Auslastung prüfen. Keine große Sache, aber habe ich als praktisch empfunden. Alles in allem war ich von der Grafik nicht unbedingt überrascht. Naja, bei Crytek habe ich schon ein bisschen was erwartet. Und diese Erwartung wurde nicht enttäuscht.
Der Sound ist, kann ich ohne Umschweife sagen, meines Erachtens nach: Der Hammer! Allein die Menü-Theme könnte ich stundenlang hören, sowas von passend, einfach schön! Googelt einfach mal nach der Vocal Version von Rise up Dead Man.
Im Spiel sucht man eine Background-Musik vergebens, aber das trägt ungemein zum allgemeinen Spielgefühl bei und steigert die Spannung noch einmal. Die Soundeffekte sind stimmig, nicht zu überladen, aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig zeitverzögert eintraten (umknicken von Büschen, etc).
Alles in allem aber ein rundes Bild von Grafik, Sound und Feeling, hatte ich bisher selten in einem Shooter.

Community-Feedback

Godbrithil: „Ein wunderschön unverbrauchtes und düsteres Western-Setting. Allein schon beim zuschauen, wirkt der Titel gut durchdacht. Lang- bis mittelfristig braucht es aber mehr als nur zwei Maps und vor allem zusätzliche Spieler, um wirklich rund herauszustechen.“

Fazit

Mit Hunt: Showdown liefert Crytek ein richtig schönes Stück Programmierkunst ab! Die Mischung aus Spielstilen hebt das Spiel eindeutig aus der Masse heraus. Wer Herausforderungen mag und bereit ist Rückschläge einzustecken, der hat hier ein richtig gutes Spiel in Händen! Absolute Empfehlung!

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6 Comments
Godbrithil Sep 5, 2019 @ 7:44am 
Gut geschriebene Review! Mir gefällt es, wie du die Atmosphäre einfängst und es rein auf das eigentliche Game beziehst. Hacker, Cheater oder sonstige Konsorten sind bekannte und alltägliche Krankheiten, dafür kann das Spiel per se nichts für.

Danke für die Arbeit!
Battlemob Sep 4, 2019 @ 2:23pm 
Viele Dinge fallen einem nur leider erst auf wenn man schon nen paar Stunden gespielt hat. Für den Ersteindruck vom Spiel reicht das vielleicht und wenn der positiv ausfällt und man dann so bewerten möchte, das bleibt auch jedem selber überlassen, ein gutes Spiel ist nicht nur von der optischen Gestaltung und der Atmosphäre abhängig. Gegen die optische Gestaltung des ganzen hab ich auch null, hätte ich durchaus als + mit aufnehmen können. Und zum Thema Hacks, einfach mal zwischendurch in die Spielerstatistiken schauen ;).
DasGerd Sep 4, 2019 @ 10:18am 
Zusammengefasst: Ob es sich bei den Cheatern tatsächlich um solche handelt oder einfach um Menschen, die besser sind als man selbst, sei mal dahingestellt. 40 Euro halte ich persönlich inzwischen ebenfalls für zu viel (wenns mal im sale ist, ist es was anderes), aber nur deswegen ne negative Review zu schreiben halte ich für zu heftig.
In diesem Sinne: Danke für deine Kritik, teilweise kann ich deine aufgeführten Punkte nachvollziehen, aber nur aufgrund der Spieldauer diese review als nichtssagend zu betiteln: nope, kann ich so nicht unterschreiben.
DasGerd Sep 4, 2019 @ 10:18am 
Cheater sind sicherlich in vielen Spielen ein Problem, aber die Review bezieht sich hauptsächlich auf die Inhalte des Spiels. Auch bin ich bei dir, was z.B. die wenigen Bosse angeht, ich hoffe da, dass sich das im weiteren Zeiverlauf noch ändern wird. Dass du mir allerdings meine Meinung zur Immersion, dem generellen Spielgefühl und der Umsetzung der Grundidee absprechen möchtest, kann und möchte ich ehrlich gesagt nicht so stehen lassen. Auch nach bspw. 10 Minuten Spielzeit kann man (normalerweise) durchaus beurteilen, ob ein Spiel dem Reviewer Spass macht, oder einfach nur Crap ist. Und dabei geht es bei Reviews nun mal: Die zwar persönliche, somit Subjektive Meinung des Schreibers, die trotzdem im Idealfall neutral und produktiv ausfällt. Dass am Ende eine Empfehlung ausgesprochen wird, ist ebenfalls kein "allgemein gültiges "kauf das gefälligst", sondern lediglich: richtig, eine Empfehlung.
Battlemob Sep 4, 2019 @ 1:36am 
verlasse dich nicht auf dieses Review bitte, viele positive Reviews wurden gerade bei Hunt nach ein paar mehr Spielstunden als 10 dann nachträglich zu negativ umgeändert. Ein Review mit 9 Std Spielzeit ist einfach nichtssagend sry. Hunt hat seit ein paar Tagen genauso wie es zeitweise im EA Zeitraum bereits gewesen ist, ein massives Cheaterproblem. Dazu kommt, der sehr überschaubare Inhalt und die schlechte Umsetzung des Matchmaking. Hunt Showdown gabs damals für 20€ im EA und ich kam mir damals schon verarscht vor da gabs nämlich nur eine Map und 2 Bosse, seitdem ist ein Jahr Vergangen und dazu kam bis zum Release, eine Map und ein Boss der Preis aber wurde verdoppelt :D, schon verdammt arm. Wer natürlich lust darauf hat sich ständig von cheatern umknüppeln zu lassen, danach im Forum nach Rat zu suchen und sich dann von vermeintlichen Hackern trollen lassen will a la "gitgut"-comments (multiple gamebans on record), bitteschön, dann viel Spaß bei Hunt.
Laramonster Sep 1, 2019 @ 3:30am 
Da ich selbst sehr gerne Shooter spiele und darin meistens das atmosphärische Feeling vermisse, klingt dieser Titel für mich echt nach einer gelungenen Investition.

Danke für die Review!