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Posted: Jan 10, 2020 @ 11:30pm
Updated: Feb 22, 2020 @ 7:39am

Northgard ist ein Real-Time-Strategy-Titel aus dem Hause Shiro Games. Veröffentlicht wurde es im März 2018 und hat seitdem bereits 4 DLCs erhalten. Mehr dazu später.

Bewertung

+ Gelungene Grafik
+ Schöne Atmosphäre
+ Verschiedene Herausforderungsstufen
+ Herrlich gestaltete Kampagne

Handlung + Gameplay

Ursprünglich hatte ich mir Northgard zugelegt, weil ich eigentlich nur dachte „Mensch, ein RTS im Wikingersetting, klingt nice. Probierste mal.“. Inzwischen denke ich mir „Was ein geniales Spiel!“. Northgard ist zwar ein RTS, aber nicht im Sinne von C&C oder SC. Du musst in einem Match Territorien einnehmen, um dein Reich zu vergrößern, welche vorher erst einmal ausgekundschaftet werden müssen. Zu Beginn hast du lediglich ein kleines Fleckchen Land, hier steht dein Haupthaus. Die einzelnen Territorien sind in ihren Baumöglichkeiten begrenzt, du musst also zwangsläufig expandieren, da du nur wenige Gebäude pro Territorium bauen kannst (5-2). Auch sind die meisten Territorien „Spezialisiert“, in einem findest du bspw. Fische, in einem anderen Stein oder Eisenvorkommen und in wieder einem anderen ist die Produktion von Holz erhöht. Du musst also darauf achten, was du wo baust. Auch was die Kriegsmeute angeht hebt sich Northgard von anderen RTS Games ab. Man baut nicht tausende von Kriegern, sondern hat nur ein begrenztes Kontingent, was sich durch den Bau von Kasernen zwar anheben lässt, da du aber (wie oben beschrieben) nicht unendlich Bauplatz hast, sollte man sich zweimal überlegen, ob man eine Kaserne oder lieber einen Fischer baut, damit das Volk im Winter nicht hungert. In meinen Augen hebt sowohl die Armeeführung, als auch das Bauverhalten, den taktischen Aspekt des Spiels durchaus an. Kommen wir nun zu den verschiedenen Spielmodi:

Die Einzelspielerkampagne ist liebevoll gestaltet, die Story hat Hand und Fuß und ringt dem Spieler auch hier und da einen Schmunzler ab. Durch die verschiedenen Schwierigkeitsstufen (normal, schwer und extrem) und zusätzlich noch durch die versteckten Ziele, welche erst nach erstmaligem Abschluss des Levels preisgegeben werden, hat auch die Kampagne einen hohen Wiederspielwert.

Neben der Kampagne stehen auch die in nahezu jedem RTS zu findenden Modi Skirmish (also ein Einzelspielerspiel gegen KI) und Multiplayer zur Verfügung. Zum Skirmish kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen, aber der Multiplayer macht ordentlich Laune! Aufgrund der Möglichkeit zwischen 6 (+ jeweils 1 Clan pro DLC, insgesamt also 10) Clans zu wählen, welche unterschiedliche Ausrichtungen / Boni haben, ist selten ein Spiel gleich dem vorher gespielten. Auch die Möglichkeit, von dir eroberte Ländereien an einen Team-Kameraden abzutreten, finde ich sehr gelungen, so kann es nicht passieren, dass man sich „verobert“. Zwar können die Runden sich etwas ziehen, aber Spaß macht es, grade mit Freunden, allemal!

Dann haben wir da noch den Spielmodus „Eroberung“. Dabei handelt es sich um zufällig generierte Kampagnen mit eigenen Regeln, Siegbedingungen und Gegnertypen. So hat man neben der „normalen“ Einzelspielerkampagne noch wesentlich mehr Möglichkeiten Matches zu spielen, die eben nicht nur „Lösche deinen Gegner aus“ zum Ziel haben. Dazu kommt, dass die Eroberungen im Coop-Modus gespielt werden können, habe ich selber zwar noch nicht getestet, steht aber noch auf dem Plan.

Seit dem Release hat Northgard 4 DLCs verpasst bekommen, die jeweils einen neuen Clan enthalten (Schlange, Pferd, Kraken und Drache). Wer jetzt denkt „Wie, nur ein Clan, und dafür noch Geld ausgeben, tses“: Momentchen. Die großen Updates im Gameplay kam bisher kostenfrei, eines davon wäre z.B. der Conquest-Mode, also oben beschriebene „Eroberung“. Hier hält sich also Preis Leistung durchaus die Waage.

Grafik + Sound

Kommen wir nun zum technischen. Mit einer Minimalanforderung von 1 GB RAM, einem 2 GHz Kern und Nvidia GTS450 / Radeon HD 5750 (oder vergleichbarem) lässt sich Northgard auch auf Rechnern spielen, die etwas schwächer auf der Brust sind.

Die Grafik ist im Comic-Bereich zu verzeichnen, wer also realistische 4k Aufnahmen von real existierenden Schauspielern erwartet, wird enttäuscht. Aber grade das macht das Flair des Spiels auch ein wenig aus. Trotzdem sind die Figuren durchaus detailgetreu, vom Schaf oder Wolf bis hin zum Jötunn, hier ist nichts einfach so „lieblos hingeklatscht“, sondern sehr schön designed und umgesetzt. Ich persönlich hätte mir vielleicht ein bisschen mehr Unterschied in den Gebäuden zwischen den einzelnen Clans gewünscht, hauptsächlich hebt sich das durch unterschiedliche Farbgebung an manchen Gebäuden ab, aber so ist der Wiedererkennungswert Clanübergreifend gegeben, so dass man sich nicht in jeden Clan neu einlernen muss, weil man die Gebäude nicht mehr erkennt. Der Wetterwechsel ist ebenfalls sehr schön umgesetzt, von Frühlingshaftem Flair über Unwetter bis zum Schneefall, untermalt es die Stimmung die im Spiel herrscht wunderbar. Auch der Sound passt dazu perfekt. Die Effekte sind nicht zu dominant, ebenso die Background Musik, aber passend und Stimmig. Was mich persönlich am meisten positiv überrascht hat, ist die Vertonung der Zwischensequenzen in der Einzelspielerkampagne. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob es wirklich ein Nordeuropäischer Akzent ist, aber die Aussprache bspw. der Clanleader, der mythischen Wesen oder ganz profan „Bifröst“ klingt einfach genial und man hat den Eindruck, dass einem da tatsächlich ein Wikinger die Geschichte erzählt.

Fazit

Shiro Games hat mit Northgard ein sehr schönes RTS hingelegt, welches, grade in einer Zeit in der vorrangig 3D-Shooter und -Games auf dem Vormarsch sind, einen angenehmen Lichtblick darstellt. Es brauch sich hinter keinen AAA-Titel zu verstecken, im Gegenteil, es kann sich einreihen, denn das Spiel macht sehr viel richtig. Ganz klare Kaufempfehlung.

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2 Comments
Life Of Franky #LoF Jan 11, 2020 @ 5:55am 
was soll man zu diesem Review sagen, bis auf das ich ne weile gebraucht habe um c&C in Command & Conquer umzuwandeln. Plus du hast hier auch gut erwähnt, zu was du nichts sagen kannst. Wie immer ein sehr umfangreiches Review^^
Godbrithil Jan 10, 2020 @ 11:53pm 
Da will man ja glatt wieder eine Runde spielen!
Sehr gut niedergeschrieben, Hut ab. :praisesun: