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Posted: Jun 28, 2019 @ 11:21pm
Updated: Feb 22, 2020 @ 7:42am

"Ghost of a Tale" ist 2018 erschienen, ich würde es dem "Action Stealth RPG"-Genre zuschreiben. Zum Entwickler-Studio selbst gehört bspw. auch Lionel Gallat, der als Animation Director bei "Ich - Einfach Unverbesserlich" mitgewirkt hat. Schöne Animationen scheinen also Vorprogrammiert. Aber ist Grafik das einzig gute an diesem Spiel?

Bewertung

++ Grafik detailreich, atmosphärisch und stimmig
+ Hoher Knuddelfaktor
+ Roleplay/Adventure-Elemente
+ / - Steuerung gewöhnungsbedürftig
+ / - Für Hartgesottene evtl. zu einfach


Handlung + Gameplay

Der Mäuserich Tilo wird von einem fiesen Baron in den Kerker geworfen und von seiner Mäuse-Dame Merra getrennt, nachdem ein vom Baron gefordertes Ständchen gründlich in die Hose ging. Gerade in seiner dunklen Zelle aufgewacht, hat Tilo nichts anderes im Sinn, als seine Angebetete wiederzufinden und den Fängen der Burg Dieruin zu entfliehen.

Die Main-Story klingt vertraut, der Plot ein wenig "abgegriffen", aber eben genau dieser "Standard-Plot" ist doch der Stoff, aus dem Märchen gestrickt werden. Und "Ghost of a Tale" ist genau das, nicht nur der "Hauch eines Märchens", sondern tatsächlich ein richtiges, auch und gerade in Grafischer Hinsicht. Aber dazu später mehr.
Die Steuerung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber recht schnell gelernt. Da das Spiel auch Controller unterstützt, würde ich persönlich eher zu einem solchen raten, ich denke damit ist die Steuerung wesentlich intuitiver. Aber auch mit Maus und Tastatur ist "Ghost of a Tale" durchaus Spielbar.
Unser kleiner Mäuserich lässt sich mit verschiedenen Kleidungs-Sets bzw. Kostümen ausstatten (die wir natürlich erstmal finden müssen), die wiederum manche Skills und Atribute steigern können. Ein interessantes RPG-Merkmal, dass ich bei einem Spiel dieser Art eher nicht erwartet hatte, wir haben ein komplettes Inventar mit Rüstungsslots, Werten, Rucksack, etc. Auch NPCs dürfen natürlich nicht fehlen, von den rattigen Wachen mal abgesehen, laufen uns auch freundlich gesinnte Genossen über den Weg. Oder wir ihnen. Wie dem eingekerkerten Piraten-Frosch, der sich massiv darüber aufregt, dass die Wache ihn einen Piraten genannt hat. Solche Treffen oder Momente streuen in genau der passenden Menge Humor und Witz ins Spiel ein, zieht die Story aber nicht ins lächerliche.
Einen Großteil des Spiel bewegen wir uns schleichend bis rennend durch verschiedene Areale der Burg, immer auf der Suche nach Schlüsseln und Hinweisen, die uns dann hoffentlich am Ende zu unserer Liebsten führen. Dabei bereist man Gebiete nicht nur einmal, sondern immer wieder, manche werden das langweilig finden, ich allerdings denke mir, dass es den Charakter der Maus nochmal intensiver macht, da man sich irgendwann recht gut auskennt und quasi wie eine richtige Maus von Ecke zu Ecke huscht und ruck-zuck wieder verschwunden ist.

Grafik + Sound

Die Grafik... joa, was soll man dazu anderes sagen als "Woa!". Herrlich animierte Locations, eine Maus, bei der auf jedes Detail geachtet wurde, zitternde Öhrchen, knuffige Knopfaugen, eigentlich möchte man die Hauptfigur ständig einfach nur knuddeln, so süß wirkt er. Die Locations strotzen ebenfalls vor Details, ohne überladen zu wirken, allerdings kann man gerne mal ein aufnehmbares Item übersehen. Dynamische und atmosphärische Beleuchtung der Orte vertieft nochmal den Eindruck der Burg und deren umliegenden Gebiete, wenn es keine Story gäbe, könnte man auch einfach nur durch die Gebiete laufen und die Atmosphäre genießen. Die Kamera klebt allerdings stellenweise ein bisschen arg dicht an unserem Protagonisten, welchen man aus der Third-Person-Ansicht steuert, das wirkt in manchen Situationen ein wenig störend, aber ist verkraftbar.

Beim Sound bin ich ein wenig zwiegespalten, ja, er passt und untermalt das Setting, die Soundeffekte sind hervorgehoben, was ebenfalls Sinn macht, es sei denn die Ratten hätten in den Gängen der Burg Lautsprecher und Ghettoblaster verteilt. Von diesem Standpunkt her gesehen macht es Sinn, dass die Hintergrundmusik auch tatsächlich im Hintergrund ist und man vorrangig zum Beispiel das tappsen der kleinen (oh Gott, wie süß!) Mäusepfötchen auf dem kalten, feuchten Steinboden hört. Auf der anderen Seite hätte ich es mir fast ein wenig "pompöser" gewünscht, aber wenn ich logisch drüber nachdenke, würde das nicht passen. Vielleicht hängen da auch einfach noch die Eindrücke anderer Games in meinem Kopf.

Fazit

Eine grafische Geschmacksexplosion, grade für eine Indie-Entwicklung ist das absolut bemerkenswert! Aber nicht nur die Grafik überzeugt, das Gesamtpaket des Spiels ist durchaus ansprechend, gerade für die Achievement-Sammler unter uns ist auch durchaus der "Nochmal!"-Faktor vorhanden. Absolute Empfehlung - Sehr sehr schönes Spiel!

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1 Comments
Life Of Franky #LoF Jul 10, 2019 @ 1:22pm 
Danke für dieses detaillierte Review ^^ Game ist auf der Wishlist und wird demnächst gekauft ^^ Danke dafür!