19 people found this review helpful
Recommended
1.0 hrs last two weeks / 47.9 hrs on record (13.4 hrs at review time)
Posted: Apr 27, 2020 @ 1:14am
Updated: Apr 27, 2020 @ 1:22am

Du wolltest schon immer mal ein Demolition Derby fahren? Du magst den Nervenkitzel von kontaktbetonten Rennen? Dann bist du bei Wreckfest richtig!
Bewertung

++ Sehr schöne musikalische Untermalung
+ Grafisch ansprechend
+ Spielspaß garantiert
+/- Leichte Probleme bei Multiplayer-Servern

Handlung + Gameplay
Da es sich bei Wreckfest um ein Racing-Game handelt, lässt sich zur Handlung wenig Neues sagen. Du fährst Rennen. Mal auf Kies, mal auf geteerten Wegen, mal auf Matsch. Das Schöne ist allerdings, dass es sich um Stockcar-Racing handelt. Sprich: rausdrehen, aufs Dach legen, mit Volldampf in die Seite fahren. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist sogar dem Erfahrungsgewinn zuträglich. Vom Multiplayer-Modus abgesehen gibt es aber auch einen Karriere-Modus, für all diejenigen, die lieber alleine fahren möchten. Aber keine Sorge, ihr fahrt nicht alleine auf dem jeweiligen Track (wovon es inzwischen recht viele verschiedene gibt), sondern ihr fahrt im Karrieremodus gegen Bots, und diese Bots haben durchaus Talent. Es ist also nicht so, dass euch ein Sieg garantiert ist, sondern ihr müsst euch durchaus ins Zeug legen, um aufs Treppchen zu kommen. Mit dem abschließen von verschiedenen Karriererennen schaltet ihr weitere Fahrzeuge frei, durch das Verdienen von XP levelt ihr auf, so dass ihr euch Verbesserungen für eure Fahrzeuge kaufen könnt. Ja, auch Fahrzeuge gibt es sehr viele, vom Aufsitzrasenmäher über den Mähdrescher bis hin zum Kombi oder Bus ist alles dabei. Jedes Fahrzeug hat allerdings auch andere Basiskonfigurationen und Fahreigenschaften. Durch viele unterschiedliche Teile könnt ihr diese Fahrzeuge durch leistungsstärkere Motoren oder Stahlträger anstelle der Stoßstange aufbessern als auch vor jedem Rennen euren Wagen für die entsprechende Strecke tunen. Fahrt ihr auf Schotter, ist eine weiche Federung vielleicht besser als eine harte, in einer Kurvenreichen Strecke ist es vielleicht praktischer die Höchstgeschwindigkeit zu vernachlässigen und dafür eher auf bessere Beschleunigung zu setzen. Diese Entscheidungen bleiben euch selbst überlassen. Das alles klingt jetzt vielleicht furchtbar kompliziert, ist es aber gar nicht. Die Menüführung ist da sehr angenehm gestaltet, so dass ihr mit wenigen Klicks an die nötigen Stellen gelangt und recht schnell mit dem nächsten Deathmatch durchstarten könnt.

Die Steuerung ist bekannt aus ähnlichen Rennspielen: Man spielt per Tastatur, wobei man sich die verwendeten Tasten ändern kann, wenn man möchte. Es lässt sich durchaus flüssig mit dem Keyboard steuern, ein Lenkrad wird also nicht zwingend benötigt, allerdings ebenfalls unterstützt. Die Steuerung mit Lenkrad hat der liebe PlexiLP getestet und stellt mir seine Erfahrungen gerne zur Verfügung:
„Das Spiel hat das Lenkrad problemlos erkannt. Getestet habe ich es mit einem Logitech G29 auf 200 Grad beschränkt. Aus der Egoperspektive lässt sich das Fahrzeug zusammen mit dem Lenkrad recht gut und realistisch fahren. Jedoch braucht auch der Umstieg aufs Lenkrad sehr viel Übung. Ich habe versucht ohne jede Hilfe zu fahren, also ohne ABS, ohne Traktionskontrolle und ohne Stabilitätskontrolle, jedoch ist der Wagen für einen Anfänger dann sehr schwer auf der Strecke zu behalten. Alles in allem macht es jedoch sehr viel Spaß, und bringt einem vielleicht auch das Driften bei.“

Das einzige Manko, das ich bisher bei diesem Spiel entdeckt habe ist, dass es beim Verbinden zu Multiplayer Servern zu Schwierigkeiten kommen kann. Aber fangen wir beim Thema Multiplayer vorne an: Ihr habt die Möglichkeit, ad-hoc spiele zu hosten, bspw. mit Freunden für ein schnelles Match. Diese selbst erstellten Games werden allerdings auf eurem eigenen Rechner gehostet, daher müssen diverse Ports auf dem Router freigeschaltet / geforwarded sein. Bei Internetanbietern die DS-Lite verwenden, kann das etwas schwierig werden. Ich für meinen Teil habe es nicht hinbekommen ein Spiel selbst zu hosten, mein Gegenüber konnte den lokalen Server nicht finden.
Eine weitere Möglichkeit ist allerdings, sich über einen entsprechenden Hosting-Dienstleister einen Server zu erstellen. Dort könnt ihr bspw. auch eine Trackrotation einbauen, damit ihr nicht immer ein und denselben fahren müsst. Das hat durchaus Community-Potential, allerdings, und das ist oben beschriebenes Manko, kann es zu Problemen bei der Verbindung zum Server kommen. Ob das nun am Host/Server liegt oder am Programm kann ich nicht sagen, allerdings ist es mir nun schon öfter passiert, dass das Spiel nach dem Beitritt zum Server in einem „Verbinde…“ Bildschirm stehen bleibt. Bisher konnte ich das durch verschiedene Möglichkeiten beheben, vom Neustart des Spiels bis zum Neustart des Rechners ist alles dabei. Nichtsdestotrotz nimmt das nicht den Spielspaß, es ist zwar etwas nervig, aber lösbar. Dazu kommt, dass die Entwickler weiterhin am Spiel schrauben, ich hoffe also, dass sich diese Thematik auf mittelfristige Sicht lösen wird.

Grafik + Sound
Die Grafik. Mit Liebe zum Detail gestaltet, aber auch nichts weltveränderndes. Zuschauer am Bahn-Rand, sogar animiert, Streckenposten, Reifenstapel, mal lose, mal fest, bis hin zu Frontladern und Rettungsdiensten, es ist so ziemlich alles vorhanden was eine „echte“ Stockcarstrecke ausmacht. Die Tracks selbst sind sehr schön in Szene gesetzt, in unterschiedlichen Landschaften angesiedelt (Motodrom, Sandgrube, Wälder, etc.), so dass einem nicht wirklich langweilig wird. Aber das wirklich Grandiose ist: Der Sound! Die integrierten Musikstücke untermalen das Feeling auf eine nahezu perfekte Art! Und ja, es sind richtige Songs, mit Gesang und allem drum und dran. Gut, man sollte ein Faible für gitarrenlastige Musik mitbringen, aber selbst, wenn man den Stil nicht mag, passt es einfach wunderbar zu der Szenerie. Und wer weiß, vielleicht entdeckt der ein oder andere dort einen neuen Lieblingssong („The Mowex feat. Marcus Klavan – War“ ist mein persönlicher Favorit derzeit 😊 )

Fazit
Erst war ich ein wenig abgeneigt dem Spiel gegenüber. „Einfach nur ein weiterer Offroad-Racer“, dachte ich mir. Aber nachdem ich es angespielt hatte, kann ich nur sagen: Das Spiel hat Suchtpotential. Und grade im Multiplayer macht es unheimlich Spaß, da kann Rocketleague direkt einpacken! Ich für meinen Teil entwickele bei Wreckfest wesentlich weniger „Aggression“ als bei RL, sondern wesentlich mehr Lacher und Respekt für den Fahrer auf der anderen Seite. Für alle die ein saftiges Crash-Match nicht scheuen und die gepflegte Herausforderung im Freundeskreis suchen, aber auch für diejenigen die einfach nur Autos schrotten wollen: Ganz klare Kaufempfehlung!

Du möchtest mehr Reviews wie dieses lesen? Dann folge der PhoenX-Society-Kurator Page
Was this review helpful? Yes No Funny Award
< >
2 Comments
yava Apr 27, 2020 @ 2:22am 
Wie immer ein sehr informatives und interessantes Review!
PlexiLP Apr 27, 2020 @ 1:34am 
Das kann ich so nur unterschreiben. Es macht echt unheimlich viel Spaß.